Die beliebtesten Erasmus-Länder

Die beliebtesten Erasmus-Länder

Die Entscheidung, in welches Land das Auslandssemester gehen soll, hat schon viele Studenten vor Probleme gestellt. Bei der Fülle an Möglichkeiten, die sich bieten, ist das natürlich kein Wunder. 33 Länder in und um Europa nehmen allein am ErasmusPlus Programm teil.

Eine genauere Beschreibung der Kriterien für eine ErasmusPlus-Förderung gibt es in unserem Artikel „ErasmusPlus: Wer wird eigentlich gefördert?“. Wenn ihr diese erfüllt und eure Hochschule am ErasmusPlus-Programm teilnimmt, steht dem Auslandsaufenthalt nichts mehr im Wege. Abgesehen vielleicht von der eigenen Unsicherheit, was das Zielland angeht.

Zunächst einmal sollte eine solche Entscheidung natürlich aufgrund persönlicher Präferenz getroffen werden. Es gibt jedoch auch objektive Aspekte, die einen gelungenen Auslandsaufenthalt ausmachen. Erasmus-Länder, die viele dieser gefragten Qualitäten bieten, sind entsprechend beliebt bei den Erasmus-Jüngern.

Auf die Frage „Was macht ein gutes Zielland oder eine gute Ziel-Uni aus?“ gibt es so viele Antworten, wie es Studenten gibt. Doch auch abgesehen von individuellen Vorlieben solltet ihr einige allgemeine „Gütefaktoren“ berücksichtigen.

Was macht ein gutes Auslandssemester aus?

1. Lehre

Zugegeben, für einige Studentinnen und Studenten steht nicht Bildung, sondern andere Faktoren an erster Stelle, wenn es darum geht, ein Auslandssemester zu planen. Und doch sollte das Niveau der Lehrveranstaltungen an der Gast-Uni zumindest annähernd vergleichbar mit dem sein, was ihr von eurer eigenen Uni gewohnt seid. Andernfalls könntet ihr in euren Kursen Schwierigkeiten bekommen, oder aber vollkommen unterfordert sein und euch langweilen.


StudybeesPlus für WiWis

2. Kultur

Ob euer Auslandssemester zu einer gelungenen Erfahrung wird, hängt auch von kulturellen Punkten ab. Es sind die Überzeugungen, Bräuche, Geschichte und viele weitere Aspekte einer Kultur, die zu ihrer Attraktivität beitragen.

Ein Vorteil der europäischen Integration ist, dass sie einen Konsens für viele Normen und Werte geschaffen hat. So kann sich jeder Erasmus-Student sicher sein, auch im Ausland Gleichgesinnte anzutreffen. Aber auch Diskussion muss in einer pluralistischen Gemeinschaft einen Platz haben.

Eine weitere Facette der Kultur ist natürlich die Feierkultur, die für viele Studenten eine große Rolle spielt und in keiner Erasmus-Stadt fehlen sollte.

3. Lebenshaltungskosten

Je nachdem, wie euer finanzieller Hintergrund ist, werdet ihr in der Lage sein, mehr oder weniger Kosten für euren Auslandsaufenthalt zu stemmen. Deutschland ist eines der wohlhabendsten Länder Europas und hat gleichzeitig ein durchschnittliches Preisniveau. Mit Erasmus-Förderung und Unterstützung der Eltern kommen deutsche Studierende daher in den meisten europäischen Ländern gut zurecht.

Es gibt jedoch durchaus Regionen – vor allem Skandinavien und Britannien –  die euren Geldbeutel mehr strapazieren werden. Dort werdet ihr euch also nicht unbedingt denselben Lebensstandard leisten können, den ihr zuhause habt.

3 beliebte Erasmus-Länder

Die folgenden Erasmus-Länder sind laut einer Umfrage von Omio besonders beliebt unter deutschen Studenten. Auf die Frage „In welchem Land planst du, dein Auslandsstudium zu verbringen?“ antworteten die Teilnehmenden mit:

1. Spanien (25,3 %)

Madrid, Sevilla, Barcelona: Immer wieder tauchen diese Städte in den Erasmus-Rankings auf. Doch was macht sie so beliebt? Zum einen darf man in Spanien auch im Herbst-Winter-Semester warme Temperaturen erwarten. Das angenehme Klima und eine zum Teil malerische Landschaft sind nur rein äußerliche Faktoren, die für angenehme Studienbedingungen sorgen.

Die Lebenshaltungskosten, die unter dem europäischen Durchschnitt liegen, fügen sich nahtlos in unser gutes Bild von Spanien ein. Dass die Lehre an den spanischen Universitäten noch nicht ganz auf dem Standard anderer Länder angekommen ist, schreckt die meisten Studenten nicht ab.

Das könnte damit zu tun haben, dass spanische Studentenstädte in einem Punkt unübertroffen sind: Party! Spanische Studenten sind bekannt dafür, weltoffen und feierwütig zu sein. Wer also eine aufregende Zeit in einem Land mit mediterranem Klima verbringen möchte, sollte Spanien bei der Wahl des Gastlandes berücksichtigen.

2. Vereinigtes Königreich (12 %)

Das ist nicht ein Land, sondern gleich vier! Eben diese kulturelle Vielfalt ist es, die unseren Nachbarn auf der anderen Seite des Ärmelkanals zu einem beliebten Ziel macht. Aufgrund seiner Geschichte ist das Vereinigte Königreich heute eines der multikulturellsten Länder der Erde. Die Stadt, die das am meisten verkörpert, ist die Hauptstadt London, die genau aus diesem Grund eine hohe Anziehungskraft auf junge, neugierige Menschen ausübt.

Für den Fall, dass euch eine belebte Millionenstadt nicht zusagt, kommt ihr auch in Wales, Schottland und Nordirland auf eure Kosten, was sowohl die Qualität der Lehre als auch Land und Leute angeht. Auch die Briten sind keine Kinder von Traurigkeit. Wer abends nicht entweder im Pub oder Club anzutreffen ist, muss damit rechnen, etwas zu verpassen. Wer von den relativ hohen Lebenshaltungskosten nicht abgeschreckt ist, kann mit einer Bewerbung in eines der britischen Länder nicht falsch liegen.

3. Schweden (9,7 %)

Wen es eher gen Norden zieht, der sollte die skandinavischen Länder und speziell Schweden nicht übergehen. Der schwedische Staat legt einen sehr hohen Wert auf die solide, flächendeckende Ausbildung seiner Schüler und Studenten. Deswegen gibt es eine hohe Dichte an Universitäten, deren Lehre und Ausstattung erstklassig ist.

Abgesehen von akademischer Exzellenz bietet Schweden auch atemberaubende Natur und ein abwechslungsreiches Landschaftsbild. Nicht umsonst ist das viertgrößte Land Europas ein beliebter Urlaubsort. Allerdings hat Schweden auch Eigenschaften, die es nicht für alle Studenten geeignet machen. Da es so weit nördlich liegt, sind die Tage vielerorts im Winter sehr kurz und im Sommer sehr lang, was für Mitteleuropäer gewöhnungsbedürftig sein kann.

Des Weiteren sind die Lebenshaltungskosten im europäischen Vergleich sehr hoch. Wer damit umgehen kann, wird es aber nicht bereuen, Schweden eine Chance zu geben.

Immer noch ratlos?

Wenn euch keines der oben genannten Erasmus-Länder anspricht, ist das kein Grund zum Verzagen. Nur weil eine Mehrheit der Studentinnen und Studenten gewisse Länder vorzieht, heißt das nicht, dass diese die einzigen Alternativen für ein tolles Auslandssemester sind. Auch andere Länder haben das Potential, euch die beste Zeit eures Lebens zu bescheren, solange ihr euch auf sie einlasst.

Außerdem sind weniger beliebte Erasmus-Unis nicht so stark umworben wie die in Spanien, Großbritannien und Co. Darum steigen mit einer Bewerbung an weniger frequentierten Unis eure Chancen auf einen Studienplatz. Traut euch also, gegen den Strom zu schwimmen! Beispielsweise haben auch osteuropäische Städte wie Warschau einen zunehmend guten Ruf unter Studenten.

Wenn ihr noch Hilfe bei der Entscheidung braucht: Unser Erasmus-Länderquiz hilft euch, euer Wunschland zu finden!

Weitere wissenswerte Artikel für dich unserer Reihe „Mit Erasmus ins Ausland“:

Teil 1: Die beliebtesten Erasmus-Länder

Teil 2: Erasmus – aber wohin? Das Erasmus-Länderquiz

Teil 3: Mit Erasmus ins Auslandssemester

Teil 4: ErasmusPlus: Wer wird eigentlich gefördert?

Teil 5: Auslandspraktikum mit Erasmus?

Mehr?  Erasmus - aber wohin? Das Erasmus-Länderquiz!