Die Altersvorsorge ist bei Studenten noch in weiter Ferne

Junge Menschen im Alter zwischen 20 und 29 Jahren haben sehr unterschiedliche Lebenswirklichkeiten. Einige studieren noch, andere absolvieren eine Ausbildung und wieder andere stehen schon mitten im Berufsleben. Sie konzentrieren sich darauf, in der Arbeitswelt Fuß zu fassen, Fortschritte zu machen und Erfahrungen zu sammeln. Viele sind noch unverheiratet und ohne Kinder, andere haben schon eine Familie gegründet. Eines haben sie fast alle gemeinsam: Sie stehen noch ganz am Anfang ihres Berufslebens und kämpfen mit niedrigem Einkommen. An Altersvorsorge denken sie wahrscheinlich zuletzt. Es bleibt nicht sehr viel Geld übrig, um es für irgendwann später auf die Seite zu legen. Sie haben kaum Vorsorgepläne, nur wenige Versicherungen und keinen durchdachten Plan für die Altersvorsore. Den Startzeitpunkt fürs Sparen schieben sie meist noch vor sich her.

Je früher es losgeht umso besser

Doch wann sollte der Startschuss für die private Vorsorge fallen? Trotz vieler Warnungen, auch vom Allensbach-Institut, fangen die meisten viel zu spät mit dem Sparen an. Besonders den Jüngeren und Personen mit geringem Einkommen fällt es sehr schwer, Geld für die Vorsorge auf die Seite zu legen. Vielen Menschen ist bewusst, welche Bedeutung eine zusätzliche Altersvorsorge hat. Insbesondere die Jüngeren müssen dennoch zum Sparen animiert werden. In Schweden gibt es eine Informationsplattform zu den Versorgungsansprüchen. Dort kann jeder eine Übersicht einsehen, wie hoch seine aktuellen Ansprüche sind. Bis es eine solche Plattform auch in Deutschland gibt, muss sich jeder selbst ausrechnen, wie viel er zu erwarten hat.

Riester-Rente – staatlich gefördert zur Zusatzrente

Die Riester-Rente ist ein Klassiker der Altersvorsorge und wurde hier getestet von Finanzen.de. Sie wird, genauso wie die betriebliche Altersvorsorge, betrieblich gefördert. Damit im Alter genügend Geld zur Verfügung steht, sollte die Rente ein Niveau von 70 Prozent des letzten Nettoeinkommens erreichen. Doch diesen Betrag liefert die gesetzliche Rentenversicherung nicht. Um diesen Betrag zu erreichen, ist es notwendig, frühzeitig mit dem Sparen anzufangen.


StudybeesPlus für WiWis

Das folgende Beispiel untermauert diese Aussage mit Zahlen: Wer als 20-Jähriger nicht nur an sein Vergnügen denkt, sondern eine private Rentenversicherung abschließt und bis zum Rentenalter für eine Garantiezeit von zehn Jahren jeden Monat eine Zusatzrente von 100 Euro erreichen möchte, müsste monatlich 16,20 Euro sparen. Um 1000 Euro zusätzlich zu bekommen, ist eine monatliche Sparrate von 114,23 Euro erforderlich. Ein 50-Jähriger muss für die gleiche Rentenhöhe 17 Jahre lang jeden Monat 767 Euro zahlen.

Warum ein Riester-Vertrag sinnvoll ist

Arbeitnehmer, die in einen Riestervertrag sparen, zahlen pro Jahr vier Prozent ihres Bruttolohns vom Vorjahr, dabei maximal 2.100 Euro. Wer genügend einzahlt, erhält 175 Euro staatliche Förderung im Jahr. Zusätzlich gibt es Förderungen für jedes Kind, und zwar 300 Euro pro Kind und Jahr, sofern die Eltern für das Kind Kindergeld beziehen. Diese Förderung reduziert die monatliche Sparrate des Arbeitnehmers. Wer nur ein sehr geringes Einkommen hat, kann eine monatliche Einzahlung von 5 Euro zahlen und die volle Förderung bekommen. Wer schon Karriere gemacht hat und viel verdient, zahlt auch mehr monatliche Beiträge, und kann zusätzliche Steuervorteile geltend machen.

Riester-Vertrag lohnt sich bei geringer gesetzlicher Rente

Seit 2017 lohnt sich ein Riester-Vertrag besonders für Arbeitnehmer, die keinen hohen Anspruch auf eine gesetzliche Rente haben. Die Riester-Rente wird nicht, wie viele andere Alterseinnahmen, auf die Grundrente angerechnet. 100 Euro sind von der Riester-Rente garantiert anrechnungsfrei. Weitere 100 Euro darf der Rentner ebenfalls zum großen Teil behalten.

Was ist außerdem noch sinnvoll?

Wie sparen junge Menschen am sinnvollsten für das Alter? Die Frage nach dem bestmöglichen Ertrag ist gar nicht so leicht zu beantworten. Das aktuelle Niedrigzinsniveau macht Sparbuch, Tages- oder Festgeldkonto sehr unattraktiv. Nach vielen Jahren des Sparens und unter Summieren des Zinseszinseffektes ergeben sich nur magere Ausbeuten. Aus diesem Grund ist es wichtig, einen Teil des Portfolios mit Aktien abzudecken.

Eine andere Anlageform, die lange Jahre sehr beliebt war, hat ebenfalls an Attraktivität eingebüßt: die Staatsanleihe solider Staaten. Die Renditen belaufen sich hier auf weniger als zwei Prozent. Bei Aktien gibt es nicht nur die Aussicht auf Kurssteigerungen. Dividendenaktien schütten zusätzlich regelmäßig Erträge aus. Diese können mit der Zeit ein ordentliches Sümmchen ergeben.

Die Zusatzrente durchrechnen

Um die Rentenlücke auszurechnen, ist es notwendig, die Zusatzrente durchzurechnen. Mit den Werten Sparrate, Inflation, Zins, Anspardauer, Auszahlungszeitraum und Höhe der monatlichen Rente lassen sich verschiedene Szenarien ausrechnen. So lässt sich leicht kalkulieren, wie viel Geld im Alter zu erwarten ist – bei einer bestimmten Sparrate oder Anspardauer.

Warren Buffet empfiehlt ETFs für den Vermögensaufbau

In der Regel geben Anlagegurus keine kostenlosen Tipps an private Investoren. Warren Buffet ist einer der erfolgreichsten Investoren und in jeder Hinsicht anders. Er verrät bei jeder Gelegenheit Anlagetipps und rät immer wieder zu ETFs. ETFs sind Exchange Traded Funds – börsengehandelte Fonds. Diese Indexfonds sind sehr rentabel. Wer jeden Monat einen kleinen Betrag in einen ETF-Sparplan steckt, hat am Ende mehr als 90 Prozent anderer Investoren, die zur gleichen Zeit mit dem Sparen anfangen. Dazu geeignet sind einfache Indizes, wie der S&P 500. Diese Fonds sind nicht nur für Sparpläne sondern auch für Einmaleinlagen bestens geeignet. Wenn das Portfolio zu zehn Prozent aus sicheren Staatsanleihen besteht und zu 90 Prozent aus ETFs, sind die Langfristrenditen besser als bei den meisten anderen Geldanlagen.

Mehr?  Deshalb ist das Studium die beste Zeit deines Lebens!