unbeliebtesten

Obwohl tausende von jungen Leute heutzutage Unis und Ausbildungsplätze stürmen, gibt es trotzdem einige Berufe, die mit Mangel an Nachwuchs zu kämpfen haben. Wieso das so ist? Manche Arbeiten haben sich im Laufe der Zeit mit Vorurteilen belastet, die aus den Köpfen der Menschen womöglich nicht mehr wegzukriegen sind. Andere zählen einfach generell zu den unbeliebtesten Jobs, da sich junge Menschen einfach nicht für sie begeistern können.

Teilweise kann es sich jedoch lohnen, wenn Du Dich für einen unbeliebten Nischen-Beruf interessierst. Denn nur weil ein Großteil der Menschen diesen Beruf nicht mag, heißt das nicht, dass die Aus- und Weiterbildungschancen oder das Gehalt generell schlecht sind. Denn falls Du einen der unbeliebtesten Berufe ausüben möchtest, musst Du Dir größtenteils keine Sorgen um NC und das Finden eines Arbeitsplatzes machen. Um zu zeigen, wie (un-)attraktiv diese allgemein unbeliebten Berufe wirklich sind, stellen wir Dir hier mal 5 davon vor.

1. Am unbeliebtesten: Versicherungsvertreter

Versicherungsvertreter ist der mit Abstand unbeliebteste Beruf der Deutschen. Laut einer Studie ist „Versicherungsfachmann/-frau“, wie es offiziell so schön heißt, für fast die Hälfte aller Befragten ein absolutes No-Go bei der Berufswahl. Nur 3 Prozent der Teilnehmer werten den Beruf als positiv. Der Grund für dieses schlechte Ansehen? Versicherungsvertreter gelten als Schwätzer, die andere gerne über den Tisch ziehen. Doch was sollte man offiziell als Versicherungstreter machen?

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Berufsbild

Versicherungsvertreter arbeiten vor allem mit Kunden von Versicherungsfirmen zusammen. Sie beraten sie und vermitteln ihnen Versicherungsverträge. Dabei kommt ihnen vor allem der Besitz von Charisma, Menschenkenntnis und Verkaufstalent zugute. Anhand dieser Eigenschaften lässt sich leicht erahnen, woher die ganzen Vorurteile kommen. Als Versicherungsvertreter arbeitest Du selbstständig im Außendienst eines Unternerhmens. Ein weiterer Teil der Aufgaben eines Versicherungsvertreters ist die Bestandsaufnahme bei versicherten Schäden Deiner Kunden – ein Versicherungsvertreter ist also immer auf Achse.

Ausbildung

Die Ausbildung zur Versicherungsfachkraft wird meist als Weiterbildung zu einem bereits bestehenden Beruf absolviert. Du bekommst dafür nämlich kein Gehalt. Dabei kann man den Fortbildungskurs entweder Teilzeit über ein halbes Jahr verteilt, oder Vollzeit innerhalb von drei Monaten absolvieren. Die Ausbildung besteht, wer sowohl eine schriftliche, als auch eine praktische Prüfung absolviert. Da die praktische Prüfung aus einem simulierten Kundengespräch besteht, kommt es hier vor allem auf Dein Können in der Gesprächsführung an. Hier lohnt es sich somit erneut, ein wahres Kommunikationsgenie zu sein.

Wer nach einer Erstausbildung inklusive Gehalt sucht, sollte eine Ausbildung als „Kaufmann für Versicherung und Finanzen“ in Betracht ziehen. Dabei erhältst du überdurchschnittlich gutes Auszubildenden-Gehalt, sowie zahlreiche Boni und Urlaubs- und Weihnachtsgelder. Das Berufsfeld ist dabei ziemlich ähnlich zu dem eines Versicherungsvertreters.

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2. Bankkaufmann/-frau

Bereits als zweiter Job im Finanzsektor gehört auch der des Bankkaufmanns zu den unbeliebtesten Berufen des Landes. Rund 15 Prozent der Studienteilnehmer würden eine Karriere als Bankkaufmann/-frau ausschlagen. Wer Karriere bei einem Geldinstitut macht, gilt als korrupt und zeigt kein wahres Interesse am Wohl der Kunden. In der Tat gibt es nur noch halb so viele Bewerber für die Ausbildung zum Bankkaufmann als das noch in den 90er-Jahren der Fall war. Doch auch in diesem Finanzberuf winkt eine ordentliche Vergütung.

Berufsbild

Als Bankkaufmann besteht Deine Aufgabe hauptsächlich darin, Kunden zu beraten, Finanzkonzepte für sie zu erstellen und andere Aufträge durchzuführen. Du kannst aber auch einen eher theoretischen, kundenfernen Weg einschlagen, beispielsweise im Rechnungswesen. Dort erstellst Du Kostenanalysen. Wie man sieht, dreht sich im Alltag eines Bankkaufmanns wortwörtlich alles ums Geld. Das bietet einen abwechslungsreichen Arbeitsalltag und zusätzliche Fortbildungsmöglichkeiten innerhalb der eigenen Bankfiliale.

Ausbildung

Wie bereits erwähnt, ist das Ausbildungsgehalt eines Bankkaufmannes äußerst lukrativ. Bereits im ersten Ausbildungsjahr verdienst Du 950 Euro, im letzten sogar fast 1100 Euro. Die Ausbildung läuft ganz klassisch dual, also parallel in Betrieb und Berufsschule, ab. Mitte des zweiten Ausbildungsjahrs musst Du eine Zwischenprüfung absolvieren, danach wartet am Ende des dritten Jahres nur noch die Abschlussprüfung auf Dich. Bei guten Noten besteht sogar die Möglichkeit, die Ausbildung um ein ganzes oder ein halbes Jahr zu verkürzen. Während sich im schulischen Teil alles um Finanzen dreht, lernst Du in der Praxis vor allem Kundenkontakt, das Tätigen von Überweisungen und das Kreditgeschäft der jeweiligen Bank, für die Du arbeitest.

Du fragst Dich, was Du für so eine Ausbildung mitbringen solltest? Ein Talent für Zahlen, Analysieren und Kommunizieren.

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3. Hilfspolizist/Politesse

Während der Beruf des Polizisten normalerweise mit gesellschaftlicher Anerkennung verbunden ist, ist der des Hilfspolizisten eindeutig einer der unbeliebtesten.Viele Menschen verbinden ihre Begegnungen mit Politessen mit negativen Erinnerungen. Denn sie tauchen häufig zur falschen Zeit am falschen Ort auf, wenn man gerade mal kurz aus dem Auto springen und Geld abheben wollte und dabei sein Auto im Halteverbot geparkt hat. Diskussionen sind hier meist zwecklos. Daher haben einige Menschen von Grund auf eine Abneigung gegen diese Berufsgruppe. Kein Wunder, dass Hilfspolizisten in der Gesellschaft eher unbeliebt sind.

Berufsbild

Der Job eines Hilfspolizisten ist es, sich um die Aufrechterhaltung der Ordnung im ruhenden Straßenverkehr zu kümmern. Dazu gehören zum Beispiel das Kontrollieren von Parkscheiben, sowie das Überwachen von Halteverbotszonen, Behindertenparkplätzen und Feuerwehrausfahrten. Daher übernehmen sie auch die Verantwortung für das Abschleppen von Fahrzeugen, die falsch geparkt sind, sowie das Verteilen von Strafzetteln. Der Einsatz von Politessen erfolgt daher in der öffentlichen Verwaltung von Städten und Gemeinden.

Ausbildung

Die Ausbildung dauert in der Regel um die zwei Monate und besteht sowohl aus theoretischem, als auch aus praktischem Unterricht. Dabei gewinnst Du zahlreiche Kenntnisse über Recht und Ordnung in Kommunen. Bereiche, über die Du hierbei Wissen erlangst, sind zum Beispiel Umweltschutz, Verkehrsüberwachungen und Straf- und Ordnungswidrigkeitsrecht. In der Praxis begleitest Du Kollegen bei ihrer täglichen Arbeit und lernst so die einzelnen Aufgaben eines Hilfspolizisten kennen. Nach dem ersten Monat absolvierst Du eine Zwischenprüfung, nach den vollendeten acht Wochen folgt dann die Abschlussprüfung. Das mag zwar nach einer recht einfachen Ausbildung klingen, aber immerhin verdient ein ausgebildeter Hilfspolizist zwischen 1700 und 2000 Euro im Monat. Auch wenn Du keinen bestimmten Schulabschluss für die Ausübung dieses Berufs benötigst, wird häufig vorausgesetzt, dass Du bereits eine vollständige Berufsausbildung abgeschlossen hast. Ist das der Fall, darfst Du Dich weiterbilden und dann offiziell zum unbeliebtesten Teil der Gesellschaft gehören 🙂

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4. Restaurantfachmann/-frau

Auch die Gastronomiebranche hat es auf einen Rang bei den unbeliebtesten Berufsausbildungen geschafft. Besonders junge Leute sind von dem schlechten Image, das Restaurantfachkräfte als Tellerträger darstellt, abgetan. Auch die Tatsache, dass die Gastronomie für ihre horrenden Arbeitszeiten berühmt-berüchtigt ist, hilft der Beliebtheit der Branche nur wenig. Daher gibt es leider zahlreiche unbesetzte Lehrstellen – gut für Dich, falls Du an einer Ausbildung zur Restaurantfachkraft interessiert sein solltest.

Berufsbild

Zu den täglichen anfallenden Arbeiten einer Restaurantfachkraft zählt im Grunde alles, was in einem Restaurant eben so anfällt. Von Tisch eindecken über Gäste empfangen bis hin zu aufräumen, wenn die Gäste wieder weg sind – als Restaurantfachkraft bist Du für die Rundumgestaltung des Restaurantlebens zuständig. Daher erfordert dieser Job hohes organisatorisches Talent, Perfektionismus und Freude daran, Leute zu unterhalten. Langweilig wird Dir in diesem Beruf auf keinen Fall: Du kannst zwar ganz klassisch in Restaurants, aber auch in Hotels und Pensionen, sowie Cateringservices oder gastronomischen Einrichtungen im Einzelhandel arbeiten. Der Nachteil ist natürlich, dass Schichtdienst, sowie Wochenend-, Feiertags- und Nachtarbeit bei diesem Beruf zur Tagesordnung gehören.

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Ausbildung

Die Ausbildung zur Restaurantfachkraft erfolgt wie die meisten Ausbildungen dual über drei Jahre verteilt. Hierbei lernst Du in der Schule die theoretischen Grundlagen, die Du für das Arbeiten im Restaurant brauchst – wie zum Beispiel Küchenarbeit, Service und Marketing. In Deinem Ausbildungsbetrieb lernst Du dann, diese anzuwenden. So übst Du in der Praxis das Tisch eindecken, Getränke einschenken und den aktiven Umgang mit Gästen. Nach Vollendung der Ausbildung hast Du Chancen auf weitere Ausbildung, wie die zum Restaurant-Meister. Falls Du Lust auf einen Tapetenwechsel hast, hast du mit einem deutschen Gesellenbrief in dieser Branche auch tolle Aussichten auf einen Job im Ausland. Und auch wenn die Vergütung während der Ausbildung nicht unbedingt sehr hoch ist, verdienen Restaurantfachkräfte einiges an dem Trinkgeld, das sie täglich einnehmen. Und je nach Edel-Hotel, in dem Du später mal arbeitest, kann sich das natürlich auch mit dem Gehalt sehr schnell ändern.

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5. Politiker

Politiker schaffen es nach den Versicherungsvertretern auf Platz 2 der unbeliebtesten Berufe. Ca. 30 Prozent der Deutschen würden eine Karriere als Politiker nicht in Erwägung ziehen. Dass Politiker nicht gerade mit Beliebtheit glänzen, liegt vielleicht daran, dass sie häufig als Sündenböcke abgestempelt werden, wenn Dinge nicht gut laufen. Auch werden sie gesellschaftlich oft dafür verurteilt, dass sie ein unverschämt hohes Gehalt beziehen, obwohl sie im Grunde ja gar nichts machen. Doch was, wenn es Dich in die Politik zieht?

Berufsbild

Leider bietet der Politiker-Beruf keine sichere Karriere. Denn Politiker wird man eher durch gesellschaftliches Engagement und politisches Interesse, als durch das Absolvieren einer Ausbildung. Daher lohnt es sich, als Politiker noch einen zweiten, „richtigen“ Beruf zu haben, durch den Dir das regelmäßige Einkommen sicher ist. Die Politik musst Du dann bedauerlicherweise zunächst nur als Hobby ausüben. Bist Du einmal erfolgreich, kannst Du allerdings in vielen verschiedenen Bereichen Arbeit finden. Ob bei Kommune, Kreis, Land, Bund oder auf Europa Ebene, je nach Ehrgeiz und Erfolg stehen Dir die Türen zum öffentlichen Auftreten offen.

Ausbildung

Wie oben erwähnt, gibt es keine feste Ausbildung zum Politiker. Viele studieren zwar Fächer wie Jura, BWL, Sozial- oder Politikwissenschaften, aber auch mit einer anderen beruflichen Ausbildung kann man als Quereinsteiger in der Politik erfolgreich sein. Wichtig sind eher Engagement und Voraussetzungen auf persönlicher Ebene. So solltest Du natürlich ein ausgeprägtes politisches Interesse und Verständnis für politische Sachverhalte besitzen. Ebenso essentiell ist es, dass Du Ideen und Konzepte entwickeln kannst, um auf politischer Ebene mitreden und mitgestalten zu können. Um diese dann auch tatsächlich umsetzen zu können, brauchen erfolgreiche Politiker vor allem zwei Dinge: Charisma und Begeisterungsfähigkeit. Denn sind die Leute nicht von Dir und Deinen Ideen überzeugt, werden sie Dich auch nicht wählen. Und ohne Wahlstimmen kein Erfolg.

Daher lohnt es sich, schon früh Erfahrungen für das Politiker-Leben zu sammeln. So kannst Du Dich schon während Deiner Jugend in einer lokalen Jugendorganisation der Partei Deiner Wahl engagieren. Durch von Amt zu Amt angeln gewinnst Du dann sowohl an Erfahrung, als auch an Bekanntheit. Wenn Du Glück hast, fällst Du Deiner Partei sogar positiv auf und sie entscheidet, Dich zu fördern. Der Weg zum erfolgreichen Politiker ist somit ein langer und steiniger Weg, den nur wer vollen Einsatz gibt bis zur Spitze gehen kann.

Fazit

Die 5 unbeliebtesten Berufe Deutschlands mögen zwar mit Vorurteilen belastet sein, aber trotzdem gibt es immer noch einige Menschen, denen die jeweiligen Ausbildungen dennoch Spaß machen. Solltest Du an einer davon Interesse haben, lass Dich also bitte nicht von der Mehrheit der Menschen hierzulande abschrecken. Die sind ja bestimmt nur neidisch. Kleiner Spaß. Trotzdem ist es wichtig, dass Du Deinen persönlichen Interessen folgst. Lass Dich weder von der Meinung anderer Leute, noch von ähnlich nebensächlichen Dingen davon abhalten, Deinen Weg zu gehen. Solange Du Spaß hast, an dem was Du tust, wird das der Rest der Menschheit schon akzeptieren können 🙂

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