Lernstrategien

Oft sind Studenten von der Menge des Stoffs erschlagen. Seitenweise fassen sie den Stoff zusammen und wissen nicht, wie sie sich beim Lernen strukturieren sollen. Wichtig ist, dass du für dich die beste Lernmethode (du kannst natürlich auch mehrere miteinander verbinden) findest, mit der du persönlich am besten lernen kannst. Wir haben dir daher eine kleine Auswahl an Lernstrategien zusammengestellt, mit denen du dein Lernziel ganz schnell erreichen kannst.

1. LOCI-Methode

Bei der LOCI-Methode (Locus (lat.) = Ort) geht es darum, sich schwierige Definitionen oder zusammengehörige Fachbegriffe anhand von Assoziationen zu merken.

Vorgehensweise: Wähle eine Strecke aus, die du gut kennst, wie beispielsweise der Weg zur Uni. Markiere Punkte auf dieser Strecke (Bushaltestellen etc.) und verknüpfe zu lernende Begriffe mit diesen Punkten. Danach gehst du in Gedanken die Strecke immer wieder ab und wiederholst an jedem Punkt den jeweiligen Lernbegriff. Durch das ständige „Abwandern“ deiner Route kannst du dir deine Fachbegriffe und die entsprechende Reihenfolge optimal merken.

2. Mind Mapping

Ein Klassiker unter den Lernstrategien ist das Mind-Mapping. Das Gehirn besteht aus einer rechten und linken Hälfte. Beide Gehirnhälften haben unterschiedliche Funktionen. Die linke Gehirnhälfte „beschäftigt“ sich mit rationalem Denken, Logik und Sprache. Die rechte Gehirnhälfte ist für Dinge wie Raumwahrnehmung, Phantasie, Farbe und Rhythmus zuständig ist. Mithilfe von Mindmaps wird sprachliches mit bildhaftem Denken verbunden und beide Hirnhälften aktiviert. Zusammenhänge und Querverbindungen werden besser verdeutlicht.

Vorgehensweise: Nutze das Papier am besten im Querformat. In der Mitte deines Papiers wird das Hauptthema festgehalten. Nun kannst du beliebig Unterpunkte und Gedanken strukturiert festhalten und mit deinem Hauptthema durch einen Strich verbinden. Nutze Farben, Ausrufezeichen oder geometrische Figuren um dir deine Mind Map so gut wie möglich einzuprägen. Alternativ gibt es auch Online-Tools für Mind-Maps, wie Mindmaster oder Coggle.

3. Die SQR3- Methode

Die SQR3-Methode wird auch die 5-Phasen-Methode genannt (Survey, Questions, Read, Recite, Review). Diese Lernstrategie soll dir dabei helfen, komplexe Texte schnell zu verstehen und die Inhalte langfristig merken zu können.

Vorgehensweise: In der 1. Phase (Survey) geht es darum, sich einen ersten Überblick zu verschaffen. Mache dich beispielsweise mit dem Autor vertraut und schaue dir das Inhaltsverzeichnis an. Während der ersten Phase kommen dir schnell viele Fragen.

Schon bist du in der 2. Phase (Questions). Dabei sollst du dir all deine Fragen, die sich dir während der Recherche stellen, notieren. Was möchtest du vom Autor wissen? Welche Fragen müssen dir beantwortet werden, um das Werk als lesenswert zu empfinden? Durch eine präzise Fragestellung lernt dein Gehirn nämlich, selbstständig zu arbeiten und dir wird schnell klar, was mehr und was weniger relevant ist.

Die dritte 3. Phase (Read) ist ein wenig fordernder. Nun solltest du den Text lesen. Achte darauf, aktiv zu lesen. Außerdem ist es hilfreich, wichtige Schlüsselwörter mit Textmarkern zu markieren. Nutze zur Lektüre auch deine Fragen aus der 2. Phase. Kennst du bereits die Antworten?

Die 4. Phase (Recite) dient dazu, den Text wiederzugeben. Notiere dabei die Antworten auf deine Fragen aus Phase 2. In Phase 4 kannst du auch mithilfe von Mind Maps den Inhalt des Textes strukturieren. Versuche dabei, eigene Formulierungen zu finden und weniger vom Text abzuschreiben. Eigene Formulierungen kann sich das Gehirn besser merken.

In der letzten und  5. Phase (Review) geht es darum, deinen gerade gelesenen Text mit dem Wissen, was du schon hast, zu verknüpfen. Suche Anknüpfungspunkte zu bereits erarbeitendem Wissen und halte deine Ergebnisse eventuell in einem übergeordnetem Mind Map fest. Bald wird diese Methode zum Ritual und du holst aus einem Text das Beste heraus.

4. Visualisierung

Mithilfe der Visualisierung kannst du komplexe Lerninhalte „sichtbar machen“. Hierbei ist es dein Ziel, schwer vermittelbare Inhalte so umzugestalten, dass sie anschaulich und leicht verständlich werden. Du versuchst also deinen Lernstoff in Grafiken, Tabellen oder Lernpostern darzustellen. Auch bei dieser Methode werden beide deiner Gehirnhälften aktiviert. Wenn du also wichtige Daten mit passenden Schlagwörtern in einen Zeitstrahl überträgst, bedienst du dich der Visualisierung.

5. Wiederholung – Karteikarten

Eine weitere sehr beliebte Lernstrategie ist das Lernen mit Karteikarten. Mit ihnen kann man nicht nur wunderbar den Stoff wiederholen. Bereits während des Erstellens der Karten strukturiert man den Stoff und verinnerlicht ihn somit schon zum Teil.

Vorgehensweise: Am besten ist es, die Karteikarten in Frage und Antwort zu unterteilen. Jedoch solltest du nicht zu viele Fragen auf die Vorderseite schreiben. Versuche zudem, mit System zu lernen. Halte dich nicht zu lange mit Lerninhalten, die leichter zu verstehen sind, auf, sondern konzentriere dich auf den Stoff, der dir Schwierigkeiten bereitet. Markiere dir außerdem, die Karten, die du schon sehr gut beherrscht und sortiere sie aus. Damit hast du genug Zeit für die Karten, die dir noch Schwierigkeiten bereiten. Auch hier ist es euch überlassen, ob ihr lieber analog oder digital arbeitet. Für letzteres können wir euch ein tolles Karteikarten-Tool empfehlen: Anki!

Probiere bestenfalls alle Lernstrategien einmal aus und verschaffe dir ein Bild darüber, wie effektiv du mit welcher Methode lernst. Wenn du einmal verstanden hast, wie du am besten lernst, kannst du mit jedem neuen Lerninhalt umgehen und die Prüfungen werden zum Kinderspiel. Viel Erfolg! Schau dir doch auch unseren kostenlosen Online-Kurs “Erfolgreich Studieren” an. Hier werden dir hilfreiche Tipps und Anleitungen für dein Studium gegeben, Lernstrategien, Lernmotivation, aber auch wie man eine Hausarbeit schreibt.