Das kannst du tun, wenn dir dein Studium keinen Spaß mehr macht

Die meisten Studenten haben irgendwann in ihrem Studium keinen Spaß mehr am studieren. Und nun?

Von Spaß ist schon seit zwei Semestern keine Spur mehr, die Veranstaltungen sind trocken, der Stoff öde. Beim Gedanken an die Klausurenphase steigt Übelkeit auf. Nur wenige Studenten können von sich behaupten, dass sie noch nie an ihrem Studium gezweifelt haben. Irgendwann steht fast jeder an der Weggabelung zwischen „weitermachen“ und „abbrechen“. Doch was kannst du tun, wenn dir dein Studium keinen Spaß mehr macht?

1. Ursachen finden und Erwartungen überprüfen

Bist du erstmal an dem Punkt, an dem dir dein Studium keinen Spaß mehr macht, ist es das Wichtigste herauszufinden, warum du keinen Spaß mehr hast. War es schon immer so oder hat sich das Gefühl entwickelt? Zu welchem Zeitpunkt hat sich die Einstellung gegenüber deinem Studium verändert? Oft handelt es sich nicht um das gesamte Studium, sondern es liegt beispielsweise an einem obligatorischen Kurs, den du belegen musst. Vielleicht ist es auch ein Prof, der dir den Spaß am Fach vermiest. Die meisten Zweifel am Studium kommen in Phasen, in denen du gestresst und überfordert bist. Stelle sicher, dass du dich in keiner dieser Phasen befindest.

Wenn es tatsächlich an deinem Studium liegt, überprüfe deine Erwartungshaltung gegenüber diesem. Kein Studium macht immer Spaß. Von diesem Gedanken solltest du dich verabschieden. Wir mussten in der Schule bestimmte Fächer belegen und müssen auch im späteren Berufsleben durch bestimmte Aufgaben durch. Was genau hast du dir von deinem Studium erhofft? Wie weit bist du schon in deiner Studierendenlaufbahn? Gerade der Anfang eines Studiums ist oft theorielastig und lernaufwändig. Was für Leistungsanforderungen hast du an dich selbst? Vielleicht ist einiges davon gar nicht erreichbar. Um einen objektiveren Blick für deine Situation zu bekommen, frag auch deine Kommilitonen, wie es ihnen damit geht. Vermutlich empfinden sie die Situation ähnlich oder sie haben hilfreiche Tipps für dich.

2. Entscheide dich für eine Lösung

Nun weißt du, woran es liegt, dass dir dein Studium keinen Spaß mehr macht. Mit dieser Information stehst du vor zwei Möglichkeiten: weitermachen oder abbrechen. Entscheide dich für eine von beiden und dann stehe dazu.

Möglichkeit Nummer eins ist ein Abbruch deines StudiumsNiemand zwingt dich, weiter zu studieren, wenn du nicht möchtest. Deine Eltern werden es sicher verstehen, wenn du es ihnen erklärst. Außerdem gibt es noch tausende andere Studiengänge, da ist sicher mindestens ein weiterer für dich dabei. Vielleicht ist das Format des Studiums auch nichts für dich und ein direkter Einstieg ins Berufsleben wäre besser für dich. Welche Alternative würde dir gefallen? Wen durch dein angefangenes Studium eine Lücke im Lebenslauf entsteht, keine Panik. Es ist nicht so schlimm, wie manche behaupten. Solange du jede Lücke in deinem Lebenslauf begründen kannst, guckt dich kein Arbeitgeber schief an. Außerdem sind die Semester, die du studiert hast, keine verlorene Zeit. Nur weil du ohne Abschluss von der Uni gehst, heißt das nicht, dass du nichts gelernt hast. Bevor du jedoch dein Studium aufgibst, solltest du in jedem Fall eine Alternative haben, für die du es aufgibst. Das kann ein Jobangebot oder ein anderes Studienfach sein, ein Auslandsaufenthalt oder eine Selbstfindungsreise. Wichtig ist nur: Nutze die Zeit.

Möchtest du dein Studium unter keinen Umständen abbrechen, bleibt dir keine andere Wahl als Möglichkeit Nummer zwei: dein Studium durchzuziehen. Dafür musst du zunächst akzeptieren, dass du dich für diesen Weg entschieden hast. Dein großes Ziel ist von nun an, dein Studium überhaupt abzuschließen.

3. Finde deine Motivation

Du bist sicher, dass du dein Studium durchziehen willst. Jetzt musst du an deiner Motivation arbeiten. Mach dir klar, warum du dieses Studium gewählt hast. Was hast du dir erhofft? Hat dich der Inhalt besonders interessiert oder war es die Aussicht auf einen bestimmten Beruf? Was hat sich seit diesem Zeitpunkt geändert? Überlege dir, wie sich dein Studium wandeln müsste, damit du wieder Spaß hast. Außerdem solltest du unbedingt deine Einstellung überdenken. Negative Gedanken und Beschwerden sind von nun an verboten. Versuche dir nicht schon durch Gedanken und Aussagen dein Studium zu verderben. Gib ihm eine Chance. Und wenn gar nichts mehr hilft, halte dich an der Aussicht fest, dass es bald vorbei ist.

Um motivierter zu werden, hilft es außerdem, sich den Weg zum Ziel in Etappen einzuteilen. Eine Etappe kann zum Beispiel eine Prüfung darstellen, die du bestehen musst. Je nachdem kann natürlich auch jeder Uni-Tag eine Etappe sein. Überlege dir für jede dieser Etappen eine Belohnung, wenn du sie erreicht hast. Ein gut funktionierendes Belohnungssystem ist das Folgende: Nimm dir eine Spardose zur Hand. Für jede Etappe, die du geschafft hast, wirfst du einen bestimmten Betrag Geld hinein. Zum Beispiel für jede bestandene Prüfung 20 Euro. Du kannst natürlich noch viel kleiner anfangen. Wenn selbst die Prüfungsvorbereitung einer Qual gleicht, kannst du 50 Cent für jede Stunde, in der du gelernt hast, weglegen. Der Betrag sollte aber unbedingt dem Arbeitsaufwand entsprechen.

Am Ende deines Studiums kannst du dir mit diesem Geld einen Traum erfüllen. Das kann ein Wochenendtrip mit Freunden sein, ein neues Handy oder ein gutes Essen in einem angesagten Restaurant. Je nachdem wie teuer deine Belohnung ist, ist das gesparte Geld auch nur eine Anzahlung. Wichtig ist, dass deine Belohnung etwas Besonderes darstellt, auf das du dich freuen kannst.

4. Erfolgserlebnisse schaffen

Belohnen ist das eine, Erfolgserlebnisse das schaffen das andere. Sie sind das, was uns während dem Studium motiviert und anspornt. Oft liegen schlechte Noten einer fehlenden Motivation zu Grunde. Du strengst dich an, aber deine Ergebnisse spiegeln nicht die Mühe wieder. Ein Erfolgserlebnis wäre dann beispielsweise eine gute Note in der Prüfung oder auch nur der Durchblick in einem schweren Thema. Hierfür musst du deine Erwartungen an deine bisherigen Leistungen anpassen. Deine Ziele sollten realistisch sein. Je realistischer sie sind, desto leichter sind sie zu erreichen.

Für den Fall, dass du schon seit Monaten der Vorlesung nicht mehr folgen kannst, gibt es Tutorien oder Crashkurse. Diese werden angeboten, damit Studenten auch in den schwierigsten Fächern eine Prüfung bestehen können. Hast du diese Möglichkeit nicht, wende dich an Kommilitonen und schließe dich einer Lerngruppe an.

Wenn du keinen Spaß mehr an deinem Studium hast, werden dich Erfolgserlebnisse wieder anspornen

5. Einfach mal gar nichts tun

Auch das muss mal sein. Die Füße hochlegen. Zeit durch Nichts-tun verstreichen lassen. Abschalten. Hast du das Gefühl, dass du immer etwas für die Uni machst und machen musst, ist es nicht verwunderlich, dass dir auf Dauer der Spaß abhanden kommt. Wir brauchen Erholungsphasen nicht nur für den Kopf, sondern auch für die Seele. Es tut unglaublich gut, auch in der Klausurenphase mal einen ganzen Tag nichts zu lernen. Der Schlüssel für eine glückliche Studienzeit ist der Ausgleich zwischen Freizeit und Studium.

6. Sorge für Abwechslung

Ein Studium kann langweilig und trocken sein. Vorlesungszeit, Klausurenphase, Semesterferien. Jedes Semester immer wieder das Gleiche. Ständig müssen Texte gelesen und Referate vorbereitet werden. Eine Klausur jagt die nächste. So völlig im Trott wundert es nicht, dass der Spaß im Studium verloren geht. Sorge deshalb für Abwechslung und das in allen Bereichen deines Lebens. Das können kleine Veränderungen im Alltag sein oder besondere Freizeitaktivitäten. Manchmal genügt es auch, sich den Stoff in der Uni etwas anders als sonst anzueignen.

Um dem Studentenalltag für einen gesamten Zeitraum zu entfliehen, kannst du ein Urlaubssemester einschieben. Dieses solltest du aber auf keinen Fall zuhause auf der Couch verbringen. Absolviere zum Beispiel ein Praktikum oder mache eine Sprachreise. Egal mit was du dein Urlaubssemester verbringst, es sollte einen Kontrast zu deinem Studium darstellen. So kannst du dem monotonen Kreislauf entkommen und wenn du wieder zur Uni zurückkehrst, kannst du deinem Studium eine neue Chance geben.

Fazit

Wenn dir dein Studium keinen Spaß mehr macht, solltest du in jedem Fall erst alles versuchen, damit es besser wird, bevor du es aufgibst. Das gilt besonders, wenn schon drei oder vier Semester hinter dir liegen. Meistens ist es viel schneller vorbei als zunächst erwartet. Befindest du dich am Ende deiner Kräfte, ist es ratsam, zunächst eine Auszeit zu nehmen, bevor du dich für das Ende deines Studiums entscheidest. Dein Studium trotz mangelndem Spaß durchzuziehen, stärkt dein Durchhaltevermögen. Außerdem hast du danach einen Abschluss, der dir weitere Türen öffnen wird. Und natürlich kannst du sehr stolz auf dich sein, es durchgezogen zu haben. Halte durch, du kannst es schaffen!

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