Vorstellungsespräch

Bewerbungen schreiben ist ja generell eher unbeliebt. Und die anschließenden Bewerbungsprozesse sind langwierig und geprägt von Ungeduld und Unsicherheit. Wer es dabei schafft, nach dem ersten Bewerbungsgespräch noch zu einem zweiten eingeladen zu werden, der kann erst einmal etwas aufatmen. Denn das bedeutet, dass du die erste Reifeprüfung bestanden hast und das Unternehmen sich tatsächlich für dich interessiert. Trotzdem heißt eine Einladung zu einem zweiten Vorstellungsgespräch auch, dass du noch nicht hundertprozentig überzeugt hast. Gerade große Unternehmen laden ihre Favoriten gerne noch einmal zu einer zweiten Runde Gespräche ein, um so endgültig eine Entscheidung über ihren zukünftigen Arbeitnehmer zu treffen. Damit du auch dabei glänzen kannst, haben wir hier ein paar Tipps für dich, die dich sicher durch die (hoffentlich) finale Runde bringen.

Was erwartet dich?

Auch das zweite Vorstellungsgespräch sollte mit großem Ernst vorbereitet werden. Denn obwohl du deinem Traumjob schon einen Schritt näher bist, heißt das nicht, dass du ihn so gut wie in der Tasche hast. Daher solltest du dich genauso souverän und sympathisch wie beim ersten Gespräch präsentieren. Trage angemessene Kleidung, halte Blickkontakt, lächle. Achte bezüglich deiner Kleidung jedoch darauf, dass du nicht genau das gleiche Outfit wie beim letzten Mal anziehst. Auch inhaltlich kann es sein, dass einige Punkte, die bereits im ersten Gespräch angesprochen wurden, auch im zweiten wieder vorkommen. Denn häufig sitzen in einem zweiten Vorstellungsgespräch zusätzliche, neue Gesprächspartner mit dabei. Da diese außer deinem Lebenslauf noch nichts über dich wissen, ist es wichtig, dass du erneut bereit bist, von dir zu erzählen. Bereite dich daher auf die gleichen (und noch mehr!) Fragen vor, und denke dir selbst einige Rückfragen für deine Gesprächspartner aus.

Des Weiteren kann es in manchen Fällen vorkommen, dass du im Anschluss an dein Bewerbungsgespräch zu einem gemeinsamen Mittagessen eingeladen wirst. Auch wenn das nicht auf jeden Fall dazu gehört, solltest du dich mental darauf einstellen und schon einmal deine guten Ess-Manieren üben.

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Wie bereitest du dich auf das zweite Vorstellungsgespräch vor?

Durch die übereinstimmenden inhaltlichen Schwerpunkte hast du bereits einige Vorteile, wenn du dich auf das zweite Gespräch vorbereitest. So kannst du die Notizen aus dem ersten Gespräch dazu nutzen, dich auf mögliche Themenpunkte vorzubereiten. Dabei kannst du kritisch reflektieren, was deiner Meinung nach gut gelaufen ist und welche Punkte du möglicherweise noch etwas verdeutlichen oder verbessern musst. Auch ist es wichtig, dass du dir bewusst bist, welche Angaben du im letzten Vorstellungsgespräch gemacht hast. Denn nichts ist merkwürdiger für die Personaler, wenn du dir plötzlich selbst widersprichst und deinen bisherigen Lebensweg anders beschreibst, als sie das in Erinnerung haben. Genauso wichtig ist es allerdings auch, nicht einfach noch einmal genau das Gleiche herunterzubeten. Anhand der Punkte, die dem Personaler beim ersten Gespräch besonders wichtig gewesen zu sein schienen, kannst du dir auch eine vage Vorstellung davon machen, worauf du im zweiten Gespräch besonders eingehen und deine Stärken verdeutlichen solltest.

Wie überzeugst du deine Gesprächspartner von dir?

Da sowohl du, als auch deine Gesprächspartner sich bewusst sind, dass das zweite Vorstellungsgespräch eine Anknüpfung an das Vorhergehende ist, ist es von großer Wichtigkeit, dass du darauf Bezug nimmst. Hier hast du die Möglichkeit, Punkte, die im letzten Gespräch behandelt wurden und die dir als verbesserungswürdig aufgefallen sind, erneut anzusprechen. Auch kannst du offene Fragen beantworten und auf andere Themen noch einmal vertieft eingehen, indem du neue Ideen und Aspekte hinzufügst. Wichtig ist, dass du zeigst, dass du dich mit dem vorangegangen Gespräch beschäftigt und die damals angesprochenen Themen reflektiert hast.

Gerade beim Vertiefen von bereits bekannten Themen solltest du mit Details punkten. Geht es zum Beispiel um deinen Lebenslauf oder die Anforderungen, die der neue Job an dich stellt, solltest du noch näher darauf eingehen als du das im ersten Gespräch getan hast. So kannst du deine Stärken genau auf den Punkt bringen und deine Gesprächspartner davon überzeugen, dass du der/die Richtige für den Job bist.

Vorstellungsgespräch 2

Auch wenn du dran bist, Fragen zu stellen, kannst du mit Tiefgründigkeit beeindrucken. Stelle gezielt Fragen, die zeigen, wie intensiv du dich mit dem Unternehmen und dessen Tätigkeiten auseinandergesetzt hast.

Was unterscheidet das zweite Vorstellungsgespräch vom ersten?

Auch wenn die Angelegenheit bis jetzt recht entspannt und repetitiv klingt, musst du im zweiten Vorstellungsgespräch mit höheren Anforderungen rechnen. So kommt es häufig vor, dass Bewerber in der zweiten Runde Rollenspiele oder sogenannte „Studycases“ durchführen müssen. Dir wird zum Beispiel eine Aufgabe gestellt, die zum Alltag deines potenziellen Jobs gehört. Da du dich darauf nicht vorbereiten kannst, wird auch nicht von dir erwartet, dass du diese perfekt erledigst. Es geht hauptsächlich darum, zu zeigen, wie du vorgehen würdest und wie du dich in Situationen, in denen du unter Druck stehst, verhältst. Also bleib am besten ruhig, mach dir kurz Gedanken oder auch Notizen, und versuche dich in die Situation einzufühlen.

Zudem musst du mit unangenehmen Fangfragen rechnen. Damit möchten deine zukünftigen Arbeitgeber ein bisschen an deiner äußeren Fassade kratzen, um zu testen, wie du auf unerwartete Fragen bzw. Situationen reagierst. Wenn du dich allerdings schon vorher darauf einstellst, kannst du auch bei diesen ganz gelassen bleiben und zeigen, dass dich nichts aus der Ruhe bringt. Es kommt meist gar nicht auf die perfekte Antwort an, sondern darauf, dass du ehrlich und authentisch bleibst. Wenn neben deinen beruflichen Fähigkeiten auch deine Persönlichkeit einen positiven Eindruck hinterlässt, sind die Personaler sicher mehr dazu geneigt, dich auch einzustellen.

Welche Fehler solltest du vermeiden?

Natürlich gibt es auch im zweiten Vorstellungsgespräch einige Stolpersteine, die schon so manchen Bewerber zu Fall gebracht haben. Um diese solltest du am besten einen großen Bogen machen:

  • Gezeigte Selbstsicherheit: Nur weil das erste Vorstellungsgespräch gut gelaufen ist, heißt das nicht, dass das Zweite genauso sein wird. Wer als siegessicherer Kandidat übermütig wird, ist ganz schnell wieder raus aus dem Rennen um den Posten.
  • Mangel an Motivation: Denke nicht, dass du im ersten Bewerbungsgespräch ja schon zu Genüge gezeigt hast, wieso du den Job haben willst. Beim zweiten Bewerbungsgespräch solltest du noch mehr Arbeitswille und Begeisterung für die Firma und ihre Leistungen zeigen.
  • Trotzreaktionen: Auch wenn provokative Fragen fies sind, existieren sie genau aus diesem Grund: Um dich aus der Ruhe zu bringen und um dir deine wahre Persönlichkeit zu entlocken. Deshalb ist es umso wichtiger, dass du bei diesen fokussiert und entspannt bleibst – und natürlich weiterhin freundlich.
  • Unstimmigkeiten: Wie oben erwähnt ist es wichtig, dass du deinen ursprünglichen Aussagen vom ersten Gespräch treu bleibst. Daher ist es von Vorteil, wenn du Notizen hast, auf die du bei der Vorbereitung zurückgreifen kannst. Märchenerzähler möchte nun wirklich niemand einstellen.

Das Ende – Bitte recht freundlich!

Hier ähnelt das zweite Vorstellungsgespräch wieder mehr dem Ersten. Denn auch am Ende dieser Runde solltest du dich für das Gespräch und die angenehme Atmosphäre bedanken. Dabei kannst du weiter damit punkten, den Wunsch, für das Unternehmen arbeiten zu wollen, noch einmal zu bekräftigen. Um einen guten Eindruck zu hinterlassen und zu deiner eigenen Orientierung darfst du deinen Gesprächspartnern natürlich auch ein paar abschließende Fragen stellen. Erkundige dich zum Beispiel danach, wann du mit einer Antwort rechnen darfst oder wen du bei Rückfragen kontaktieren kannst. Dann gilt es nur noch, bei deinem Abgang Haltung zu wahren und mit einem letzten Lächeln und Händedruck den Raum zu verlassen.

Sei nicht besorgt – manche Unternehmen brauchen ziemlich lange, um Personal-Entscheidungen zu treffen. Wenn du nach zwei Wochen immer noch nichts gehört hast, dann darfst du dort anrufen und freundlich nachfragen, wie es denn um deine Bewerbung steht.

Also – nur Mut!

Das zweite Vorstellungsgespräch kann es ganz schön in sich haben. Es ist ein zweiter Härtetest, der Unternehmen dabei hilft, sich auch ja den richtigen Kandidaten auszusuchen. Trotzdem solltest du dich nicht verrückt machen. Mit guter Vorbereitung und der richtigen Einstellung kann es dir gelingen, Bewerbungs-Fettnäpfchen zu vermeiden.

Dieser Artikel ist Teil unserer Reihe “Bewerbunghacks”. Du bist noch mitten im Bewerbungsprozess und brauchst noch etwas Inspiration? Dann schau doch mal, ob dir einer unserer anderen Artikel weiterhelfen kann:

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Teil 1: Bewerbungshack #1 – Wie sieht der perfekte Lebenslauf aus?

Teil 2: Bewerbungshack #2 – Das richtige Anschreiben

Teil 3: Bewerbungshack #3 – Die fünf Phasen eines Bewerbungsgesprächs

Teil 4: Bewerbungshack #4 – Das Skype Gespräch

Teil 5: Bewerbungshack #5 – Das zweite Vorstellungsgespräch

Teil 6: Bewerbungshack #6 – Wie schreibt man ein Motivationsschreiben?

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