Bewerbungshack #3: So meistert ihr die 5 Phasen eines Bewerbungsgesprächs

Bewerbungsgesprächs

Lebenslauf und Anschreiben verfassen könnt ihr nun – wie geht es jetzt weiter? Der schriftliche Teil des Bewerbungsprozesses wird immer durch einen praktischen komplettiert. Und zwar im Rahmen eines Bewerbungsgesprächs. Hierbei zeigt ihr, dass ihr nicht nur auf dem Papier ein Traum-Bewerber seid. Das persönliche Gespräch dient dazu, sich auch im echten Leben geschickt zu verkaufen und den Personaler von den eigenen persönlichen Qualitäten zu überzeugen. Dabei läuft ein Großteil der Bewerbungsgespräche immer nach einem ähnlichen Muster ab. Man kann diese Art von Interview also durchaus üben und so auf die meisten schwierigeren Situationen und Fragen vorbereitet sein. Um euch dabei zu helfen, haben wir euch die 5 Phasen eines Bewerbungsgesprächs zusammengestellt – damit könnt auch ihr die Personaler bei eurem nächsten Vorstellungstermin überzeugen!

Phase 1: Die Begrüßungs-Smalltalk-Phase

Auch wenn sie recht wenig über eure eigentlichen Qualifikationen für den Job aussagt, auf den ihr euch bewerbt, ist diese Phase essentiell, um einen ersten guten Eindruck zu machen. So könnt ihr euren potentiellen zukünftigen Arbeitgeber von eurer einnehmenden Persönlichkeit überzeugen. Ob man jemanden sympathisch findet oder nicht, stellt man nämlich innerhalb der ersten sieben Sekunden, die man mit einer Person verbringt, fest. Die Art und Weise, wie ihr dem Personaler Hallo sagt, ist also ein wichtiger Bestandteil eurer Selbstpräsentation im Bewerbungsgespräch. Und so geht’s:


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Freundlich und höflich sein ist das A und O des Bewerbungsgesprächs. Betretet den Raum aufrecht, bleibt ruhig und gelassen. Lächelt eurem Gesprächspartner zu und schaut ihm in die Augen während der Begrüßung. Streckt ihm allerdings nicht sofort die Hand entgegen, sondern wartet darauf, dass er es tut. Derjenige, der sich „machttechnisch“ gesehen auf dem höheren Level befindet, hat nämlich auch die Macht, zu entscheiden, wie die Begrüßung ausfallen soll. Die meisten Personaler werden sich wahrscheinlich dennoch dafür entscheiden, euch ganz klassisch die Hand zum Gruß zu geben. Hierbei achtet ihr am besten darauf, dass ihr nicht zu fest, aber auch nicht zu lasch zupackt. Dadurch könnt ihr bei manch strengem Personaler schon den ersten Minuspunkt des Bewerbungsgesprächs sammeln.

Im Normalfall stellt ihr euch bei der Begrüßung mit eurem vollen Namen vor. Achtet aber auch hierbei auf das Vorgehen des Personalers. Die meisten werden im Bewerbungsgespräch vermutlich noch beim „Sie“ bleiben. Es kann jedoch, gerade bei jungen Unternehmen, vorkommen, dass die Atmosphäre sehr locker ist und sich der Arbeitgeber nur mit Vornamen vorstellt. Dann genügt es natürlich auch für euch, den Vornamen zu nennen. Der Personaler gibt in einem Bewerbungsgespräch nämlich wortwörtlich den Ton an.

Der Smalltalk

Dass der Personaler den Ton angibt, kann euch auch vor allem in den ersten Zügen des Bewerbungsgesprächs zugutekommen. So versuchen die meisten Arbeitgeber am Anfang nämlich vor allem, die Stimmung zu lockern und euch die Nervosität zu nehmen. Das tun sie meist durch klassischen Smalltalk. Auch wenn ihr dafür keinen Nerv habt, solltet ihr positiv reagieren, um euren ersten guten Eindruck aufrecht zu erhalten. Allerdings solltet ihr diese Gelegenheit auch nicht zum intensiven Plaudergespräch werden lassen – kurze, höfliche Antworten genügen. Oft bieten euch die Arbeitgeber auch am Anfang des Bewerbungsgesprächs etwas zu trinken an. Auch darauf solltet ihr positiv reagieren, denn eine Ablehnung kann leicht einen unhöflichen Eindruck hinterlassen. Mit einem einfachen Glas Wasser könnt ihr nichts falsch machen, selbst wenn ihr es am Ende überhaupt nicht anrühren solltet.

Es gibt noch weitere Höflichkeitsfloskeln, die zum anfänglichen Smalltalk gehören. So solltet ihr euch bei der Begrüßung für die Einladung zum Gespräch bedanken. Dennoch ist es wichtig, nicht zu aufgesetzt zu wirken und es mit der Höflichkeit und dem ganzen „ja bitte, nein danke, nach Ihnen“ zu übertreiben. Zudem solltet ihr darauf warten, dass euch der Personaler zum Hinsetzen auffordert und ihr euch nicht einfach auf den nächstbesten Stuhl plumpsen lassen. Auch das kann einen bleibenden schlechten Eindruck hinterlassen.

Generell gilt es, sich selbstbewusst in Szene zu setzen. Dennoch sollte das „in Szene setzen“ mit Bedacht getan werden. Bewerber, die zu selbstverliebt und aufgesetzt erscheinen, haben eher schlechte Chancen auf eine Festanstellung. Deshalb ist es wichtig, trotz der Farce, die ein Bewerbungsgespräch manchmal sein kann, sich selbst treu zu bleiben und authentisch von dem eigenen Können zu berichten. Ihr habt nichts zu verlieren, also bleibt so locker und entspannt, wie euch das bei einem Bewerbungsgespräch möglich ist.

Phase 2: Die Selbstvorstellungs-Phase

Entspanntes Auftreten ist vor allem in dieser Phase ein wichtiger Bestandteil. Denn wenn es darum geht, mehr über ihre Bewerber herauszufinden, können einige Personaler ganz schön knifflige Fragen stellen. Diese drehen sich generell um euren Lebenslauf, eure Berufswahl, das Unternehmen, bei dem ihr euch beworben habt und eure Persönlichkeit. Gerade bei dem ersten Punkt ist es wichtig, nicht einfach das zu wiederholen, was bereits in euren Bewerbungsunterlagen steht. Das kennt euer Gesprächspartner nämlich schon. Wichtiger ist, beim Erzählen herauszuarbeiten, wie diese Erfahrungen euch für die Stelle, die ihr jetzt in Aussicht habt, qualifizieren und von anderen Bewerbern unterscheiden. Auch wenn das kompliziert klingt, kann man sich zum Glück recht gut auf diese Phase des Bewerbungsgesprächs vorbereiten. Es gibt nämlich einige klassische Fragen, die bei Bewerbungsgesprächen immer wieder auftauchen. Hier einige Beispiele:

  • Wieso haben Sie sich für diese Stelle beworben?
  • Was sind Ihre Stärken und Schwächen?
  • Wieso sollten wir diese Stelle ausgerechnet Ihnen geben?
  • Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Neben dem Inhalt eurer Aussagen könnt ihr bei diesem Teil des Bewerbungsgesprächs auch mit eurer Persönlichkeit punkten. Auch wenn ihr mal nicht die ausgefallenste aller Antworten auf die Frage habt, kann eure ehrliche Art euch trotzdem Pluspunkte beim Gesprächspartner einbringen.

Aller Ehrlichkeit zum Trotz solltet ihr dennoch auf eure Ausdrucksweise achten. Hier gilt: Bleibt immer positiv, selbst wenn ihr euren letzten Job inzwischen als Hölle auf Erden betrachtet. Konzentriert euch lieber darauf, zu zeigen, was euch diese Erfahrung gebracht hat und welches Wissen ihr dennoch von dieser Position gewinnen konntet. Auch wenn es um eure Schwächen geht, hilft es zu betonen, was ihr dafür tut, euch zu bessern. Zum guten Selbstmarketing gehört eben auch, aus negativen Erfahrungen Positives zu ziehen.

Auch wenn das jetzt kompliziert klingen mag: Im Grunde geht es nur darum, dem Arbeitgeber zu zeigen, wer ihr seid und was ihr könnt. Und das geht eben nur, wenn ihr durch eure Persönlichkeit beweist, dass ihr mehr seid als diese fremde Person auf einem Blatt Papier.

Phase 3: Die Vorstellung-des-Arbeitsgebers-Phase

Ist das Bewerbungsgespräch in dieser Phase angekommen, könnt ihr euch erst einmal entspannt zurücklehnen. Aber nur im metaphorischen Sinne, denn lehnt ihr euch tatsächlich mit geschlossenen Augen im Stuhl zurück, findet der Personaler das vermutlich weniger komisch. Denn obwohl ihr zur Vorstellung des Unternehmens zunächst nur wenig aktiv beitragen müsst, heißt das nicht, dass ihr komplett abschalten dürft. Bleibt aufrecht sitzen und haltet Blickkontakt mit eurem Gesprächspartner. Nickt oder gebt leise „Mh“-Laute von euch, um zu zeigen, dass ihr interessiert und aufmerksam seinem Vortrag folgt. Auch wenn ihr die Informationen über die Tätigkeit des Unternehmens aufgrund eurer eigenen vorhergegangen Recherche schon kennt, zeigen Anmerkungen oder Nachfragen echtes Interesse. Und das wollen Personaler nun mal von ihren Bewerbern sehen. Wartet mit euren Fragen allerdings, bis der Personaler ausgeredet hat. Unterbrecht ihr vor lauter Eifer, interessiert zu wirken, euren Gesprächspartner, sammelt ihr eher wieder Minus- als Pluspunkte bei diesem.

Phase 4: Die Rückfragen-Phase

Diese Phase wird fast immer über den Satz „Haben Sie denn noch weitere Fragen?“ eingeleitet. Und darauf gibt es eigentlich nur eine Antwort. Nämlich ja. Denn wer keine weiteren Fragen zu den ganzen Informationen, die ihr eben aufgenommen habt, hat, der kann sich ja wohl nicht wirklich für die Stelle interessieren. Zudem lassen sich an Art und Tiefgründigkeit der Rückfragen einschätzen, wie intensiv sich der Bewerber auf das Gespräch vorbreitet hat. Kluge und durchdachte Fragen unterstreichen eure Intelligenz, während Fragen nach Urlaub und Bezahlungen euch, trotz bereits bewältigter Vorstellungsrunde, noch aus dem Rennen um den Arbeitsplatz werfen können.

Trotzdem nützen solche Fragen euch selbst immer noch am meisten. Sie sind die einmalige Chance, mehr über den Job und das Unternehmen zu erfahren, als euch der Personaler bei dessen Vorstellung erzählt hat. Deshalb hier 3 gute Beispielfragen, die euch an dieser Stelle des Bewerbungsgesprächs von Nutzen sein könnten:

  • Was ist die größte Herausforderung dieser Position?
  • Was zeichnet Ihrer Meinung nach Ihre besten Mitarbeiter aus?
  • Wieso ist diese Stelle frei geworden?

Durch diese Fragen könnt ihr sowohl mehr über die Firma, als auch die Ansprüche, die dort an euch gestellt werden, herausfinden. Es lohnt sich also, sich bereits vorher über diesen Teil des Bewerbungsgesprächs Gedanken zu machen, um dann durch schlaue Fragen punkten zu können.

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Phase 5: Die krönende Abschluss-Phase

Ein schöner Rücken kann ja bekanntlich auch entzücken – auch die Verabschiedung nach dem offiziellen Teils des Bewerbungsgesprächs sollte gelungen sein. Wer sich einfach umdreht und aus der Tür stürmt, sollte eher nicht mit einer Zusage rechnen. Hier ein Vorschlag für einen besseren Abgang:

Gebt eurem Gesprächspartner zum Abschluss die Hand und schaut ihm, wie beim Begrüßen, in die Augen. Lächelt freundlich und bedankt euch für das nette Gespräch und die angenehme Atmosphäre, selbst wenn ihr euch unwohl gefühlt haben solltet. Anstelle von „Tschüss“ kann ein festes „Auf Wiedersehen“ implizieren, dass ihr tatsächlich auf ein solches hofft. Sollte es noch nicht im Laufe des Bewerbungsgesprächs geklärt worden sein, dürft ihr nachfragen, wann und wie ihr mit einer Rückmeldung rechnen dürft. Wenn es passt und ihr es für angebracht haltet, könnt ihr auch noch einmal offen eure Begeisterung für die Stelle zeigen. Dabei sollte aber Vorsicht gewahrt werden, denn ihr riskiert mal wieder, falsch und aufgesetzt rüberzukommen. Auch wer schon halb aus der Tür heraus ist, sollte sich nicht noch einmal umdrehen und mit einem „ach, übrigens“ die gut gemeinten Sätze einleiten. In diesem Fall würden sie sich wohl eher fatal auf eure Bewerbung auswirken.

Nach der Verabschiedung verlasst ihr ebenso aufrecht und gefasst den Raum und das Gebäude, wie ihr diese betreten habt. Wer beim Pförtner schon zusammenbricht, riskiert, dass dieser dem Personaler davon erzählt. Ihr wisst ja schließlich nie, ob die beiden sich nicht auf einen Plausch in der Mittagspause treffen oder jeden Sonntag zusammen Kaffee trinken. Prinzipiell seid ihr am besten zu jedem, den ihr am Tag eurer Bewerbung im Gebäude des Unternehmens antrefft, so freundlich, als wäre jeder einzelne Mitarbeiter Teil des Bewerbungsprozesses. Man weiß ja nie.

Fazit

Die Einladung zum Bewerbungsgespräch lässt wohl jedem Bewerber das Herz höher schlagen. Denn wer im persönlichen Gespräch versagt, fühlt sich oft niedergeschlagener, als diejenigen, die sofort eine Absage bekommen. Deshalb gilt es, sich bewusst und intensiv auf das Gespräch vorzubereiten, um dort mit den eigenen Fähigkeiten glänzen zu können. Auch ein Personaler ist nur ein Mensch, der sich durch Engagement und Wissen gerne überzeugen lässt, euch einzustellen. Mit unseren Tipps, einer positiven Einstellung und ein wenig Kenntnis über die Stelle, auf die ihr euch bewerbt, müsst ihr vor keinem Vorstellungsgespräch mehr Angst haben!

Ihr wollt noch mehr über Vorstellungsgespräche wissen? Dann schaut euch doch mal diese Tipps zur Vorbereitung an!

Mehr?  Sollte ich das Studium abbrechen?