Anschreiben

Es bringt so manchen Bewerber ins Schwitzen – das Anschreiben. Wenn ihr euch auf eine Stelle bewerbt, müsst ihr zusätzlich zum Lebenslauf auch ein persönliches Anschreiben mitschicken. Davon erwarten sich die Personaler, eure Qualitäten besser einschätzen zu können, als nur durch das Auflisten dieser auf eurem Lebenslauf. Obwohl der Lebenslauf heutzutage ein essentielles Element eurer Bewerbung darstellt und immer mehr an Bedeutung gewinnt, kann ein sehr gutes Anschreiben eure Bewerbung zusätzlich abrunden. Denn darin könnt ihr die Personaler des Unternehmens, bei dem ihr euch bewerbt, von eurer Motivation und euren Fähigkeiten überzeugen. Aber das ist auf die Schnelle gar nicht mal so einfach.

Da möchten wir von Studybees euch gerne aushelfen! Deshalb dreht sich in Runde 2 unserer Bewerbungshacks alles um das perfekte Anschreiben. Was unsere Personaler dazu zu sagen haben, welche Tipps sie euch geben können und was ihr vermeiden solltet – das erfahrt ihr jetzt!

Ordnung ist das halbe Leben – das richtige Format

Wie beim Lebenslauf spielt auch bei eurem Anschreiben das Optische eine große Rolle. Wenn der Personaler eines Unternehmens euer Anschreiben öffnet, möchte er kein wildes Buchstaben-Gewimmel erblicken. Deshalb: Haltet euer Anschreiben so ordentlich wie möglich. Dabei gibt es einiges zu beachten. Wichtig ist, dass ihr eure eigene Adresse und aktuelle Kontaktdaten ganz oben angebt. So weiß der Personaler gleich, wie er euch erreichen kann, wenn er sich zurückmelden möchte. Am besten gebt ihr sowohl E-Mail Adresse, als auch eine Telefonnummer an, auf der ihr im Normalfall zu erreichen seid.

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Wichtig bei der E-Mail Adresse: Achtet auf die Seriosität dieser. Niemand möchte [email protected] zum Vorstellungsgespräch einladen. Habt ihr noch eine verspielte E-Mail Adresse aus Kindheitstagen, legt euch eine neue an. Am besten bastelt ihr ein Konstrukt aus Vor- und Nachnamen. Falls da schon alle Optionen belegt sind, fügt euren Geburtstag oder das Jahr hinzu. Das kann niemand falsch verstehen.

Auch der Ansprechpartner und die Adresse der Firma sollten unterhalb eurer Kontaktdaten angegeben sein. Hierbei solltet ihr darauf achten, diese Informationen nur von der Firmen-Webseite zu nehmen. Suchmaschinen-Ergebnisse können veraltet sein. Es macht sicher keinen guten Eindruck, wenn ihr einen längst geänderten Firmennamen oder –sitz auf eurem Anschreiben angebt. Ebenso wichtig ist es, die Stelle zu nennen, auf die ihr euch bewerbt. Das könnt ihr entweder ganz klassisch in einer Betreffzeile machen, oder einfach im ersten Absatz erwähnen. Wichtig ist auch, dass euer Anschreiben nicht länger als eine Seite ist. Personaler tendieren dazu, wenig Zeit mit einzelnen Bewerbungen zu verbringen. Wer da zwei Seiten Anschreiben liefert, macht nur den wenigsten Lust, sich dieses gründlich durchzulesen.

Solltet ihr ein Design Profi sein, ist es angebracht, Lebenslauf und Anschreiben im gleichen Design zu halten. Dabei könnt ihr beispielsweise auch mit den Farben des Unternehmens spielen, um zu zeigen, dass ihr deren Werbe-/Designkonzept verstanden habt.

Rechtschreibung und Grammatik

Das zweite, dass dem Leser eures Anschreibens auffallen wird, sind Rechtschreibungs- und Grammatikfehler. Denn die werden so offensichtlich aus dem (hoffentlich sonst ordentlichen) Anschreiben herausstechen, als hättet ihr sie mit Leuchtmarker markiert. Und Personaler haben eine recht geringe Toleranzschwelle für Fehler in Bewerbungen. Egal wie gut ihr fachlich seid, ist das Anschreiben mit Fehlern gespickt, wird eure Bewerbung recht schnell zur Seite gelegt. Rechtschreib- und Flüchtigkeitsfehler lassen eure Bewerbung nämlich schlampig wirken. Sie vermitteln den Eindruck, dass ihr euch nicht einmal die Zeit genommen habt, noch einmal über das Geschriebene drüber zu schauen. Wenn ihr eure Bewerbung als Word Dokument schreibt, markiert Word im Normalfall alle Wörter, die falsch geschrieben sind. So sollten sich solche Fehler eigentlich recht einfach vermeiden lassen. Zur Sicherheit lohnt es sich allerdings, nebenbei noch ein Wörterbuch zur Hilfe zu nehmen. Denn manchmal kann Word auch falsch liegen, gerade wenn es sich um grammatikalische Fehler handelt.

Seid ihr euch bei Grammatik und Kommasetzung generell unsicher? Dann gebt eure Bewerbung anderen Leuten zur Überprüfung. Alternativ gibt es auch einige Rechtschreibprüfungs-Programme online, wie beispielsweise das von Duden. Auf alle Fälle solltet ihr euch selbst Zeit nehmen und eure Bewerbung immer noch mindestens einmal durchlesen, bevor ihr sie abschickt.

Kleine Zusatz-Info zu Word Dateien: Speichert diese am besten trotzdem als PDF ab. So kann beim Öffnen der Datei nichts verrutschen und euer Anschreiben sieht dauerhaft ordentlich aus. Word Dateien verändern sich nämlich gerne mal, wenn derjenige, dem sie geschickt werden, eine andere Version benutzt.

Die richtige Person adressieren

Ebenso essentiell ist es, in eurem Anschreiben den richtigen Ansprechpartner zu nennen. Wer eine Frau Müller anschreibt, obwohl diese gar nicht in dem Unternehmen existiert, kann sich vermutlich darauf einstellen, nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Meist jedoch kann man den richtigen Ansprechpartner sehr leicht rausfinden. Viele Unternehmen geben am Ende der Stellenausschreibung an, wer euer Ansprechpartner ist. Sollte dies nicht der Fall sein, lohnt es sich, auf der Webseite der Firma zu überprüfen, ob dort HR-Kollegen oder generelle Ansprechpartner angegeben sind. Alternativ könnt ihr auch gerne bei der Firma anrufen und nachhaken, ob es eine bestimmte Person gibt, an die ihr euer Anschreiben richten könnt. Das zeugt auch von eurem Interesse an der Stelle. Wenn ihr wirklich gar nichts bezüglich der Ansprechperson herausfinden solltet, dann greift am besten ganz klassisch auf „Sehr geehrte Damen und Herren“ zurück. Damit könnt ihr im Grunde nichts falsch machen.

Das Anschreiben auf das Unternehmen anpassen

Dieser Punkt ist äußerst wichtig. Am häufigsten bemängeln unsere Studybees Personaler nämlich, dass die Bewerber überhaupt nicht auf das Unternehmen eingehen. Das wirkt dann meist so, als ob ihr euch an 20 verschiedenen Unternehmen immer mit der gleichen Bewerbung beworben habt. Das Gleiche gilt für Bewerber mit einem 08/15 Anschreiben, das sehr offensichtlich aus dem Internet kopiert wurde. Wenn Personaler das Gefühl haben, ihr schreibt unpersönlich und generisch über eure Qualifikationen und Fähigkeiten, laden sie euch ungern ein.

Wie vermeidet ihr also, eine solche Bewerbung zu schreiben? Wenn ihr ein Jobprofil findet, das euch zusagt, geht ihr zunächst am besten auf die Webseite der Firma. Dort findet ihr ausführliche und wichtige Infos zu dem Unternehmen und könnt dadurch herausfinden, was dessen Leitbild ist. Auch stellen Unternehmen auf ihren Webseiten häufig Projekte und andere Initiativen vor, an denen sie in der Vergangenheit gearbeitet haben. So könnt ihr euch einen ersten Eindruck über euer potentielles zukünftiges Arbeitsumfeld verschaffen. Beim Schreiben eures Anschreibens solltet ihr dann in mindestens ein bis zwei Sätzen auf dieses Leitbild oder das Unternehmen generell eingehen. Damit zeigt ihr, dass ihr euch intensiv mit der Firma und der Jobbeschreibung auseinandergesetzt habt. Das wiederum beweist den HR Angestellten, die eure Bewerbung lesen, dass ihr tatsächliches Interesse an der Stelle habt.

Gerne dürft ihr bei eurem Anschreiben auch kreativ vorgehen. Wer einen originellen oder lustigen ersten Satz vorweisen kann, der macht sich interessant. Wenn ihr es gleichzeitig noch schafft, dabei eure Stärken zu zeigen oder euch auf das Unternehmen zu beziehen, dann könnte das den Personaler durchaus beeindrucken. Auch ein roter Faden, der sich durch euer Anschreiben zieht und das Ganze stimmig macht, kann von Vorteil sein. Solange es die Bewerbung nicht unsinnig oder lächerlich macht, könnt ihr eurer Kreativität freien Lauf lassen.

Anschreiben

Zeigt, wieso ihr euch für die Stelle eignet

Dieser Punkt schließt sich gut an den letzten an. Wenn ihr euch nämlich in eurem Anschreiben auf das Unternehmen und dessen Erwartungen an euch bezieht, schreibt ihr am besten gleich dazu, wie ihr diese erfüllt. Der ideale Bewerber stimmt seine Fähigkeiten und Qualifikationen auf die Anforderungen der Stelle, auf die er sich bewirbt, ab. Dabei ist es auch von Vorteil, wenn ihr euer Können mit konkreten Beweisen belegen könnt. Schreibt nicht einfach nur, dass ihr ein Teamplayer seid oder Führungsqualitäten besitzt. Zeigt dem Leser, welche eurer vergangen Tätigkeiten oder Hobbys dazu beigetragen haben, dass ihr diese Fähigkeiten besitzt. Selbst bei einem angestrebten Branchenwechsel könnt ihr durch gute Argumente und stimmige Beweise zeigen, weshalb euch eure vergangenen Erfahrungen und Interessen für diesen neuen Job qualifizieren. Ein überzeugendes Anschreiben kann so manche Schwäche oder fehlende Erfahrung in eurem Lebenslauf ausgleichen.

Dadurch verhindert ihr auch, dass ihr eure Vergangenheit einfach nur auflistet, so wie ihr das bereits im Lebenslauf getan habt. Nichts langweilt einen Personaler mehr, als wenn das Anschreiben lediglich eine ausformulierte Version des Lebenslaufs ist.

Zusätzliche Informationen am Ende des Anschreibens

Ebenso wichtig wie die persönlichen Kontaktdaten anzugeben ist es, am Ende des Anschreibens auch andere zusätzliche formale Informationen beizufügen. Teilweise werden diese bereits in der Stellenausschreibung gefordert. Möchte ein Arbeitgeber zum Beispiel eine Idee von euren Gehaltsvorstellungen bekommen, wird er das normalerweise in der Ausschreibung erwähnen. Aber auch wenn nichts gefragt ist, ist es hilfreich, anzugeben, wann der früheste Zeitpunkt ist, zudem ihr anfangen könntet. Bewerbt ihr euch für ein Praktikum, ist es außerdem nützlich für das Unternehmen, zu wissen, wie lange ihr gerne bei ihnen arbeiten möchtet. Vorsicht allerdings bei Gehaltsvorstellungen – diese solltet ihr nicht unbedingt reinschreiben, sofern nicht ausdrücklich danach gefragt wird. Dann kann es nämlich leicht passieren, dass es so wirkt, als wärt ihr vor allem am Geld interessiert. Überprüft die Stellenausschreibung lieber noch einmal zur Sicherheit, bevor ihr euren Gehaltswunsch angebt.

Ist ein Anschreiben überhaupt noch wichtig?

Seit einigen Jahren rückt das Anschreiben in den Augen vieler Personaler immer mehr in den Hintergrund. Viele argumentieren, dass alle wichtigen Angaben zu Qualifikationen im Lebenslauf zu finden sind. Das Persönliche, also Charaktereigenschaften, die Bewerber auszeichnen, und das Potenzial, das sie für den Beruf mitbringen, sei sowieso am besten in Bewerbungsgesprächen herauszufinden. Der Großteil der Personaler berücksichtigt inzwischen sogar Bewerbungen, die ganz ohne Anschreiben bei ihnen eingehen.

Dennoch heißt das nicht, dass ihr euch prinzipiell ohne Anschreiben bewerben solltet. Wie oben erwähnt, hilft das Anschreiben Mitarbeitern der Personalabteilung vor allem dabei, euch als Person im Gesamtbild besser einschätzen zu können. Als sinnvolle Ergänzung zum Lebenslauf kann ein Anschreiben also immer noch dabei helfen, euch Vorteile im Kampf um die Stelle zu schaffen. Meist steht allerdings auch in den jeweiligen Job-Beschreibungen, welche Dokumente das Unternehmen als Teil eurer Bewerbung sehen möchte. Es hilft also, die Stellenausschreibung immer gründlich zu lesen.

Fazit

Auch wenn euch beim Hören des Wortes bereits die Haare zu Berge stehen, sind Anschreiben gar nicht so kompliziert wie ihr denkt. Es geht im Grunde einfach nur darum, euch und eure Fähigkeiten zu präsentieren und zu zeigen, dass ihr verstanden habt, bei welcher Firma ihr euch eigentlich bewerbt. Wenn ihr es dabei noch schafft, eure Qualifikationen passend zu den Anforderungen des Unternehmens zu formulieren, solltet ihr nicht allzu schlechte Chancen haben, wenigstens zu einem persönlichen Gespräch eingeladen zu werden. Wichtig ist es auf jeden Fall, klassische Bewerbungs-Fehler zu vermeiden. Denn die kennt jeder Personaler und wird eure Bewerbung ohne mit der Wimper zu zucken aussortieren.

Aber egal, wie sehr ihr euch auch beim Schreiben eurer Bewerbung sorgt: Denkt immer daran, dass diese von einer Person gelesen wird. Was ein gutes Anschreiben ausmacht, kann also von Person zu Person unterschiedlich gesehen werden. Wenn ihr es allerdings schafft, eure Begeisterung für die Stelle überzeugend rüberzubringen, solltet ihr nicht allzu schlechte Chancen auf euren Traumjob haben.

Dieser Artikel ist Teil der Reihe „Bewerbungshacks“.

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Teil 1: Bewerbungshack #1 – Wie sieht der perfekte Lebenslauf aus?

Teil 2: Bewerbungshack #2 – Das richtige Anschreiben

Teil 3: Bewerbungshack #3 – Die fünf Phasen eines Bewerbungsgesprächs

Teil 4: Bewerbungshack #4 – Das Skype Gespräch

Teil 5: Bewerbungshack #5 – Das zweite Vorstellungsgespräch

Teil 6: Bewerbungshack #6 – Wie schreibt man ein Motivationsschreiben?

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