Das Cornell-System für bessere Notizen und Mitschriebe

Als Studenten verbringen wir verdammt viel Zeit in Vorlesungen und Seminaren! Damit die Zeit nicht vollkommen durch den Shredder läuft, ist es wichtig, die Vorlesungen auch optimal zu nutzen.

Besonders wichtig sind dabei gute Notizen und Mitschriebe! Klar, meistens gibt es PowerPoint-Folien oder ein Skript; wenn es aber dabei bleibt, kann man eigentlich auch fast daheim bleiben. Damit das auch klappt, haben wir dir in einem anderen Artikel schon einmal einige wichtige Tipps für das Mitschreiben zusammengestellt. Zusätzlich gibt es aber auch noch verschiedene Systeme um Notizen anzufertigen – vom unstrukturierten Zettelchaos hin bis zum elaborierten Online-Ablagesystem mit Versionierung. Eine besonders praktische und alltagstaugliche Variante stellt aber das sogenannte Cornell-System dar, welches wir jetzt kennenlernen werden.

Das Cornell-System

In den 1940er-Jahren erfand Walter Pauk, ein Professor an der Cornell University (aha!), ein einfaches, aber sehr effizientes System für Mitschriebe, dass sich bis heute größter Beliebtheit erfreut.

Das Grundkonzept ist dabei ganz einfach: Das Blatt wird in zwei Spalten, eine Notizspalte und eine Wiederholungsspalte aufgeteilt. Am Ende der Seite gibt es einen eigenen Bereich für die Zusammenfassung.

cornell system beispiel

In der obersten Zeile ist Platz für allgemeine Informationen: den Titel der Veranstaltung, das Datum, die Seitenzahl, und was man noch so alles gebrauchen könnte.

In der Notizspalte (rechts) werden, ganz gewönhlich, die wichtigsten Inhalte der Vorlesung mitgeschrieben. In die Fragen/Wiederholungsspalte können schon während der Vorlesung wichtige Schlüsselbegriffe oder kurze Fragen, auf Höhe des Mitschriebs, notiert werden.

Die letzte Zeile, die Zusammenfassung, dient dazu, nach der Vorlesung nochmals die wichtigen Inhalte kurz zusammenzufassen.

Die fünf Schritte zum Erfolg

Obwohl diese Form des Mitschriebs schon viele Vorteile bringt, gibt es ein spezielles System um noch bessere Ergebnisse zu erzielen. Dieses System folgt einem relativ einfachen Fünf-Punkte-Plan:

  1. Aufschreiben: Während der Vorlesung wird in der rechten Spalte mitgeschrieben!
  2. Fragen: Während/kurz nach der Vorlesung solltest du Fragen in der linken Spalte notieren, die dir beim Verständnis helfen. Durch das Formulieren von Fragen übst du in gewisser Weise auch gleich für die Klausur (unser eBook zur Klausenphase)!
  3. Wiederholen: Decke die rechte Spalte mit einem zusätzlichen Blatt ab und versuche, aus dem Kopf, die Fragen zu Beantworten und Zusammenhänge zu den Schlüsselbegriffen herzustellen. So prüft du dich selbst und wiederholst den Inhalt der Vorlesung.
  4. Reflektieren: Reflektiere den Inhalt der Vorlesung im Anschluss anhand von einigen Fragen. Diese könnten zum Beispiel lauten: Warum sind diese Fakten wichtig? Wie fügt sich diese Vorlesung in das Gesamtkonzept ein? Welche Bedeutung haben diese Inhalte für mich? Was weiß ich schon über dieses Thema und was muss ich noch lernen? Was würde mich jetzt noch zusätzlich interessieren?
  5. Begutachten und Wiederholen: Versuche jede Woche mindestens 10 Minuten dafür aufzubringen, deine Notizen, insbesondere deine “Zusammenfassungen” zu wiederholen. Das geht sehr schnell und ist eine ganz hervorragende Vorbereitung für die Prüfung!

Mach dein eigenes Ding daraus!

Das Cornell-System für Mitschriebe ist nicht in Stein gemeißelt. Obwohl es eine bestimmte Struktur und “Regeln” gibt, kannst du der ganzen Sache deinen eigene Handschrift geben.

Eine besonders schöne Idee ist es zum Beispiel. das Cornell-System um Sketchnotes zu erweitern. Die zusätzlichen visuellen Elemente machen deine Notizen und Mitschriebe nicht nur interessanter, sondern helfen dir auch beim Merken! Das “Übertragen” der Informationen in Bilder, auch wenn diese nur ganz einfach sind, zwingt dein Gehirn dazu, die Informationen auch wirklich zu verarbeiten. Das Ganze könnte zum Beispiel so funktionieren:

  • Versuche in der ganz oberen Spalte ein Bild/Symbol für den Inhalt der Vorlesung zu finden
  • Versuche die Seite (rechte Spalte) mit einigen Teilern (z.B. geschwungenen Linien) zu strukturieren
  • Ergänze kleine Zeichnungen oder Diagramme um den Mitschrieb zum Leben zu erwecken
  • Finde Symbole für die linke Spalte, z.B. Sterne für zentrale Ideen oder Fragezeichen für potenzielle Klausurfragen
  • Versuche deine Zusammenfassung (ganz unten) zu visualisieren: das könnte z.B. eine kleine Mindmap sein oder sogar eine kleiner Comic

Dieser Artikel gehört zu unserer Reihe „Tipps und Tricks für Vorlesungen“:

Teil 1:  5 gute Gründe, doch in die Vorlesung zu gehen

Teil 2:  7 Tipps, um in der Vorlesung nicht einzuschlafen

Teil 3: 10 Dinge, die man während einer Vorlesung tun kann

Teil 4: 5 Tipps, um sich in der Vorlesung besser konzentrieren zu können

Teil 5: Bessere Mitschriebe und Notizen? Das Cornell-System

Teil 6: Mitschreiben mal anders – Sketchnotes

Teil 7:  So nutzt du die Vorlesung optimal

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Welcher Vorlesungstyp bist du?