Du willst besser Englisch schreiben?

Dann vermeide diese 10 typischen Fehler!

Du willst besser Englisch schreiben? Dann vermeide diese 10 typische Fehler!

Aller Wahrscheinlichkeit nach, bist du der englischen Sprache bereits mächtig und eigentlich auch ziemlich gut darin. Das ist auch, wie du vermutlich schon schmerzlich (?) erfahren durftest, sehr wichtig, denn Englisch wird von dir verlangt – egal ob im Abitur, im Studium, oder im Job.

Englische Texte zu verstehen ist die eine Sache. Für viele wird es aber immer dann besonders heikel, wenn es darum geht, einen guten eigenen Text auf Englisch zu verfassen. Das passiert allerdings öfter, als gedacht: das Essay im Abitur, die Bewerbung auf einen Erasmus-Platz, einen Studienplatz in England, die erste Hausarbeit auf Englisch, oder die Bachelorarbeit.


StudybeesPlus für WiWis

Natürlich können wir dich nicht in Windeseile zum Writing-Genie machen, aber wenn du die folgenden zehn typischen Fehler in deinen eigenen Texten vermeidest, kannst du garantiert schon viel besser Englisch schreiben und bist schon einen ganz großen Schritt näher am perfekten Text. Das gilt übrigens sowohl für die kurzen Texte im Englischabitur, als auch für das Bewerbungsschreiben oder die Doktorarbeit!

Bereit für eine kleine Englischstunde? Es werden auch keine 45 Minuten, versprochen!

Zehn typische Fehler im Englischen

1. Das Vermischen von American English und British English

Wie du vermutlich bereits weißt, gibt es nicht das eine Englisch, sondern eine Vielzahl von verschiedenen Varietäten der Sprache (britisches Englisch, amerikanisches Englisch, südafrikanisches Englisch, australisches Englisch, usw.) mit bestimmten Eigenheiten.

In der Schule lernen die meisten von uns entweder British English, American English oder eine Kombination der beiden Varianten. Wenn wir nun also einen Text schreiben, müssen (sollten) wir darauf achten, konsistent innerhalb einer der Varietäten zu bleiben. Fortgeschrittene können sogar so weit gehen, und das gewählte Englisch an die Zielgruppe des Textes (z.B. eine Firma in London) anzupassen.

Beispiel:

Rechtsanwälte arbeiten oft in Stadtzentren und mögen Eis mit Erdbeergeschmack.

Lawyers often work in city centers and like ice cream with strawberry flavor (AE).

Barristers often work in city centres and like ice cream with strawberry flavour (BE).

Neben diese lexikalischen Unterschieden gibt es auch eine ganze Reihe von grammatikalischen Eigenheiten.

Beispiel:

Hast du ein Auto? 

Do you have a car? (AE)

Have you got a car? (BE)

Darüber hinaus funktionieren manche unregelmäßigen Verben anders, manche Präpositionen werden anders verwendet und sogar hinsichtlich der Zeiten gibt es einige Unterschiede. Hier lohnt es sich, sich für eine Varietät zu entscheiden und strikt dabei zu bleiben!

2. Du verwendest False Friends

Oft kennen wir (angebliche) Englische Begriffe und verwenden diese in unseren Texten, obwohl diese im Englischen entweder gar nicht existieren, oder eine vollkommen andere Bedeutung haben. Hier sind die zehn häufigsten (nach Geoff Parkes) False Friends, die deutsche Muttersprachler verwenden:

  1. persons anstelle von people (Mehrzahl von person)
  2. on the one side anstelle von on the one hand
  3. when anstelle von if (falls)
  4. bring anstelle von take (I’m going to take you to the cinema)
  5. mean/meaning anstelle von think/opinion
  6. rests anstelle von leftovers, remains
  7. control anstelle von check, check up on (I’ll check if the machine in working correctly)
  8. become anstelle von get (I’ll get a new car)
  9. handle with anstelle von deal with (deal with it!)
  10. actual anstelle von topical, recent, current (aktuell)

Hier gibt es eine schöne, lange Liste an falschen Freunden – hast du dich schon einmal dabei erwischt, wie du einen solchen in den einen oder anderen Text geschmuggelt hast?

3. Run-On Sentences

Ein Run-On Sentence ist, ganz einfach gesagt, ein Satz in welchem zwei unabhängige Satzteile ohne eine ordentliche Verbindung aneinandergeklebt worden sind. Meistens sind das unzulässige Kommata oder fehlende Konjunktionen (but, because, and, so, …) Das klingt dann meistens ziemlich furchtbar…

Beispiele:

Falsch: I need a new car, mine got stolen.

Besser: I need a new car. Mine got stolen.

Besser und schöner: I need a new car because mine got stolen.

Falsch: Let’s go it’s way too hot in here.

Besser: Let’s go! It’s way too hot in here.

Besser und schöner: It’s way too hot in here, so let’s go.

4. Die falsche Preposition

Präpositionen verknüpfen Nomen, Pronomen und Phrasen mit anderen Wörtern in einem Satz. Im Satz The dog is under the table, verknüpft die Präposition under die Phrase the dog und der Phrase the table und stellt eine logische Verknüpfung zwischen den beiden her.

Das Problem an der Sache ist jetzt, dass man die richtige Präposition im richtigen Moment finden muss. Hier sind ein paar Beispiele für Fälle, die häufig schiefgehen:

  • Wochentage – onon Monday
  • Monate, Jahreszeiten, Jahreszahlen, Zeitangaben – inin winter; in an hour; in 2017
  • Von einem bestimmten Zeitpunkt aus vs. über einen bestimmten Zeitraum – since 2016 vs. for 3 years
  • Spätestens bis; bis – by 7 o’clock; by 10 o’clock, I had already finished
  • an/bei anstelle von in/auf – in the kitchen; in the book at the station; at the table

Leider muss man diese Präpositionen eigentlich immer in Kombination mit den Nomen lernen. Für das Schreiben gilt aber: Wenn du dir unsicher bist, schau lieber noch einmal nach!

5. Verwechselung von Present Perfect und Past Tense

Es kommt, verständlicherweise, immer wieder zu Verwechslungen zwischen der Past Tense (oft auch Simple Past genannt) (I read that article.) und dem Present Perfect (I have read that article.). Leider ist gerade die Unterscheidung aber eine, die schnell (wenn auch eher unbewusst) negativ auffällt, wenn sie unsauber gemacht wird.

Blöderweise ist die Unterscheidung, wenn man ins Detail geht, tatsächlich relativ schwierig. Man kommt aber wirklich sehr weit, wenn man sich auf folgende Überlegung verlässt: Das Present Perfect wird immer dann verwendet, wenn die Sache (das Ereignis) in der Vergangenheit einen Bezug zum Jetzt hat.

Hier sind die typischen Fälle und Beispiele:

  • Man denkt über Vergangenheit und Zukunft gleichzeitig nach: I can’t go to the festival because I’ve broken my leg.
  • Es handelt sich um (absolute) Neuigkeiten: Sarah has crashed with her bike again. Details werden dann in der Past Tense (Simple Past) angehängt: Sarah has crashed with her bike again. She ran into a tree while texting.
  • Es handelt sich um etwas, mit der Bedeutung irgendwann/bis jetzt: She’s never said ‘I love you‘ in her whole life.
  • Wiederholungen: I’ve written six articles since lunchtime.
  • Dinge, die bis jetzt andauern: I’ve known Stacy for years (and I still know her today).

Das Simple Past wird hingegen verwendet, wenn vergangene Handlungen bereits abgeschlossen sind. Man kann diese Zeitform oft leicht erkennen, da sie mit Signalwörtern verbunden ist. Damit sind Zeitangaben, wie yesterday, last week, a month ago, in 2017 usw. gemeint. Ein Beispiel hierfür wäre: I visited London last week.

Allerdings kann das Simple Past auch ohne diese Signalwörter zum Einsatz kommen.

Hier sind die typischen Fälle und Beispiele:

  • Aufeinanderfolgende Handlungen in der Vergangenheit: First we went to the cinema and then we had dinner. 
  • Unterbrechung einer vergangenen Handlung im Past Progressive: We were walking down the street, when her phone rang

Übrigens: Alle Zeitformen, die im Gange sind (ob in der Vergangenheit – Past Progressive – oder der Gegenwart – Present Progressive), werden mit einem -ing am Verb-Ende gebildet. Eine solche Zeitform gibt es im Deutschen nicht, bei uns muss man sich das aus dem Kontext erschließen oder zusätzlich umschreiben.

First rule of learning English? There are no rules!

6. Unachtsamkeit bei Plural und Singular

Bei der Unterscheidung von Singular und Plural gibt es zwei übliche Probleme. Zum einen funktioniert der Plural bei bestimmten Worten anders, zum anderen muss man aufpassen, wie man einen Satz nach dem Plural fortsetzt:

Problem 1 – Abweichende Pluralformen:

person – people; sheep – sheep; child – children; bacterium – bacteria; criterion – criteria; hypothesis – hypotheses; woman – women; etc.

Da diese Abweichungen häufig bei Fachbegriffen (aus dem Lateinischen) auftauchen, muss man hier besonders beim akademischen Schreiben aufpassen.

Problem 2 – Wie geht es weiter?

Das zweite Problem ist leider etwas komplizierter. Solange es sich um einfach Sätze handelt, ist die Geschichte mit dem Plural relativ einfach: John has a cat. John has two cats.

Hier sind aber nun ein paar Beispiele, bei denen es nicht mehr ganz so einfach ist – du wirst sehen, warum:

  • The team is (are) going to lose the game. – Im British English kann man hier (das Problem nennt sich Collective Nouns) entweder den Singular oder den Plural verwenden. Man muss sich hier überlegen, ob das Team als eine Gruppe oder als Gruppe aus Individuen besteht/gemeint ist. Im American English verwendet man in solchen Fällen eigentlich immer den Singular. Natürlich gibt es aber Ausnahmen: Die beliebteste: The police are comming! Police bekommt in beiden Varietäten den Plural.
  • A serious problem is wild animals killing campers. – Im Englischen passt sich das Verb üblicherweise dem Subjekt (serious problem) an und nicht dem Komplement (wild animals killing campers)
  • Good knowledge of at least three languages is required for this job. – Auch hier ist es wichtig, dass man nicht das Subjekt (good knowledge) aus den Augen verliert, nur weil ein Plural (three languages) folgt.

Ein kleiner Bonus: Das Wörtchen they kann im Englischen übrigens als Singular für eine Person stehen. Es ist vollkommen in Ordnung zu sagen: Somebody left their jacket oder They had to go to the hospital. Besonders schön daran ist auch, dass Singular they immer geschlechtsneutral ist.

7. Der Versuch, Möglichkeit zu übersetzen

Im Deutschen verwenden wir relativ häufig das Wort Möglichkeit. Das Problem an der Sache: Im Englischen gibt es kein eindeutiges Pendant für Möglichkeit und dementsprechend gehen die meisten Übersetzungen leider schief. Hier ist ein kleiner Leitfaden:

  • Möglichkeit im Sinne von Gelegenheit: chance oder opportunity (Thank you for this opportunity.)
  • Möglichkeit im Sinne von Können: Can he be contacted by phone? (Gibt es eine Möglichkeit, ihn telefonisch zu erreichen?)
  • Möglichkeit im Sinne von Wahrscheinlichkeit: There is a possibility that I’ll rain tomorrow.
  • Möglichkeit im Sinne von Art oder Methode: way (There are two ways of doing this.)
  • Möglichkeit im Sinne von Alternative: option (You’ve got two options here.)

Die Moral von der Geschichte? Möglichkeit wird quasi nie mit possibility übersetzt. Wenn man von possibility im Englischen spricht, dann eigentlich immer im Zusammenhang mit Wahrscheinlichkeiten!

8. Verwechslungen und Probleme mit den Artikeln

Die meisten Menschen, die Deutsch lernen, verzweifeln an den Artikeln. Heißt es jetzt das Laptop oder der Laptop? (Laut Duden ist übrigens beides in Ordnung.)

Im Englischen ist das Leben eigentlich ein Stück weit einfacher. Es gibt zwei Artikel: den definite article (the) und den indefinite article (a/an).

Das erste Problem ist wieder einfach. Wann verwende ich a und wann verwende ich an? Die Antwort ist relativ einfach: an steht vor Vokalen (a lemon vs. an elephant) und beruht fundamental auf der Aussprache – nicht auf der Schreibweise!  So heißt es z.B. an hour (weil das „h“ nicht ausgesprochen wird) und university (weil das „u“ wie „you“ ausgesprochen wird). Aufgrund unterschiedlicher Aussprachen ist die Verwendung von a/an somit leider abhängig vom Sprecher und dessen Herkunft – somit gibt es keine „perfekte“ Universalregel.

Das zweite Problem ist komplexer. Wann verwende ich den Artikel überhaupt und wann lasse ich ihn weg?

Immer dann, wenn wir von Menschen oder Dingen im Allgemeinen sprechen, lassen wir the weg. So schreiben wir: Life is hard und nicht The life is hard. Wir verwenden the immer dann, wenn klar ist, um welche spezielle Person oder Sache es sich handelt: I’m going to the stadium. I didn’t like the movie. Wir verwenden the auch nicht, um über (alle) Dinge im Allgemeinen zu sprechen: Man würde sagen Books are sometimes expensive und eben nicht The books are sometimes expensive.

Ein Sonderfall sind Akronyme (z.B. UNESCO, NATO). Hier fällt der Artikel (mit wenigen Ausnahmen) weg – My brother works for UNESCO.

Generell verwenden deutsche Sprecher den definite article zu häufig. Sei also achtsam und lasse ihn weg, wann immer es geht.

9. Misplaced / Dangling Modifiers

Ein Modifier ist ein optionales Satzstück (oder auch einfach nur ein Wort), dass es ein anderes Satzstück verändert. Ein ganzes einfaches Beispiel: She is a clever woman. Hier verändert das Adjektiv (das in diesem Fall ein Modifier ist) das Nomen.

Ein sogenannter Dangling Modifier ist im Englischen eine grammatische Konstruktion in welcher der Modifier unzulässig von dem, was er verändert (dem Target), getrennt wurde. Das sorgt quasi immer für Verwirrung oder ist zumindest erheiternd.

Beispiel:

Problematisch: After truly waking up, the morning felt more exciting. (Das klingt zwar poetisch, macht aber logisch relativ wenig Sinn.)

Besser: After truly waking up, he felt the morning was more exciting.

Problematisch: On her way to the supermarket, Janet found a gold man’s watch.

Besser: On her way to the supermarket, Janet found a man’s gold watch.

10. Unklare Referenzen der Pronomina

Ein Pronomen (he) kann ein Nomen (John) ersetzen – so viel zur Theorie. Wenn man nun Prominima verwendet, sollte man sehr genau darauf achten, dass die Zugehörigkeit eindeutig bleibt – ansonsten stiftet man schnell Verwirrung!

Beispiel:

When John finally found his cat Felix, he was so happy!

Wer war jetzt glücklich – John oder Felix? Dieses Problem, das wir jetzt hier im Kleinen sehen, wird richtig furchtbar, wenn es sich um längere Sätze handelt.

Wir schreiben also besser: John was so happy when he finally found his cat Felix!

Abgesehen von diesen Unklarheiten müssen wir auch darauf achten, dass die Pronomen hinsichtlich der Zahl übereinstimmen.

Wow! Du hast es tatsächlich geschafft, dir diese ganze Englischstunde anzutun – Respekt!

Natürlich waren das nicht alle Fehler, die man im Englischen machen kann. Wenn du es aber schaffst, auf diese zehn typischen Fehler zu achten, wird dein nächster englischer Text auf jeden Fall ein ganzes Stückchen besser!

Zur Belohnung darfst du jetzt etwas vollkommen Unintellektuelles tun – zum Beispiel herausfinden, mit welchem Wachmacher du jetzt wieder an den Start kommst.

Bonustipp

Jetzt bist du für die nächsten Herausforderungen auf Englisch gewappnet. Da neben dem Verfassen englischer Texte, aber wahrscheinlich auch Klausuren auf deiner Agenda stehen, haben wir ein Tool für dich entwickelt, mit dem du dich optimal auf deine Klausuren vorbereiten kannst:

Mehr?  Praxissemester - Was ist das eigentlich?