Bachelor of Laws – Ein Überblick

Der Bachelor of Laws ist eine gute Alternative für den herkömmlichen Jurastudiengang mit Staatsexamen.

Wer an ein Studium der Rechtswissenschaften denkt, dem fällt sofort der normale Jurastudiengang ein, der an fast allen Universitäten in Deutschland angeboten wird. Dabei gibt es noch weitere Möglichkeiten, einen Abschluss in Rechtswissenschaften zu erlangen. Wie wäre es zum Beispiel mit dem Bachelor of Laws? Wer die langen Studienzeiten eines klassischen Jurastudiums nicht in Kauf nehmen will, der kann sich für ein Bachelor System entscheiden. Dadurch kann man schneller ins Berufsleben einsteigen und verdient schneller Geld.

Doch der Bachelor of Laws ist keineswegs dasselbe wie das klassische Jurastudium an Universitäten. Zwar mag der Inhalt gleich aufgebaut sein, doch die Möglichkeiten nach dem Studium sind nicht mit denen eines Volljuristen zu vergleichen. Doch was ist der Bachelor of Laws eigentlich? Was macht ihn aus? Und was kann man mit diesem Abschluss alles machen? Wir zeigen euch, wie der Studiengang aufgebaut ist und welche Berufschancen ihr danach habt.

Bachelor of Laws – Was ist das eigentlich?

Ziel der Bologna-Reform in 1999 war es einheitliche Studienabschlüsse zu schaffen und ein zweistufiges System in Deutschland einzuführen. Das kennen die meisten heutzutage unter dem Bachelor und Master System. Allerdings ist das mit dem Studium der Rechtswissenschaften nicht so einfach durchzuführen. Denn das Jurastudium ist sehr traditionell angelegt und viele wollen das System des Einheitsjuristen beibehalten. Daher wird der Bachelor of Laws nur begrenzt angeboten, wobei sich die Anzahl der Hochschulen, die diesen Studiengang anbieten, mit den Jahren immer mehr erhöht.

Der Bachelor of Laws ist der erste akademische Abschluss, den ihr in einem rechtswissenschaftlichen Studium in einem Bachelor/Master System erlangen könnt. An manchen Hochschulen kann es vorkommen, dass ihr nach einem Studium der Rechtswissenschaften auch mit einem Bachelor of Arts abschließt, das ist von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich. Wer nach dem Bachelor of Laws noch weiterstudieren möchte, kann sich zusätzlich für den Master of Laws bewerben. Dieser baut auf dem Bachelorstudiengang auf und geht mehr in die Tiefe.

Wo kann man den Bachelor of Laws studieren?

Viele Universitäten bieten nach wie vor immer noch das klassische Jurastudium an, welches mit dem Staatsexamen abgeschlossen wird. Jedoch findet man an einigen Universitäten bereits das Studienmodell des Bachelor of Laws. So bietet zum Beispiel die Universität Mannheim den Studiengang Unternehmensjurist an. Damit erhält man den Abschluss des Bachelor of Laws und kann, wenn man will, auch das Staatsexamen noch absolvieren. Auch die Universität Bonn bietet so einen Abschluss mit dem Studiengang Law and Economics an. Aber auch andere Universitäten bieten den Bachelor of Laws an! Jedoch sind diese Studiengänge meistens auf internationales Recht ausgelegt.

Mehr Auswahl hat man an Hoch- und Fernhochschulen. Dort findet man einige Studiengänge, die mit dem Bachelor of Laws oder eben dem Bachelor of Arts abschließen. Meistens sind diese dann mit anderen Fächern wie Wirtschaft verknüpft. Wer nichts Passendes findet, kann sich außerdem an privaten Hochschulen umsehen. Darüber hinaus ist es möglich, ein duales Studium des Bachelor of Laws zu absolvieren. Diese Form des Studiums ist äußerst beliebt, denn ihr könnt nebenbei in einem Unternehmen arbeiten und bekommt das Studium finanziert. So sammelt ihr genug Erfahrung und habt gute Jobaussichten nach eurem Abschluss.

Wie ist der Bachelor of Laws aufgebaut?

Wie bei den meisten Bachelorstudiengängen, dauert den Bachelor of Laws mindestens 6 Semester, also 3 Jahre. Wer sich danach dazu entscheidet den Master of Laws zu machen, der muss mit weiteren 4 Semestern, also 2 Jahren rechnen. Insgesamt dauert die Ausbildung bei diesem Studienmodell also circa 5 Jahre; bei den meisten dauert es allerdings 6-7 Jahre. Die Dauer dieses Studiengangs unterscheidet sich demnach deutlich vom klassischen Modell an den Universitäten, denn dort dauert das Studium der Rechtswissenschaften meist 9-10 Jahre, da hier noch das 2-jährige Referendariat durchlaufen werden muss.

Die Studieninhalte des Bachelor of Laws unterscheiden sich dabei nicht allzu sehr von einem normalen Studium der Rechtswissenschaften. Im Bachelor werden juristische Grundlagenkenntnisse übermittelt, die jedoch mit anderen Fachkursen kombiniert werden. So erhält man an den meisten Fachhochschulen noch wirtschaftliche Grundkenntnisse, lernt verschiedene Fremdsprachen und baut soziale Kompetenzen auf. Des Weiteren ist der Bachelor of Laws oft international ausgerichtet. Das heißt, dass im Studium oft das deutsche Rechtssystem entweder mit dem Europarecht verglichen wird oder andere ausländische Rechtssysteme betrachtet werden.

Dementsprechend kann der Bachelor of Laws in einigen Kombinationen aufgenommen werden. Entweder ihr studiert Rechtswissenschaften mit Wirtschaft, Politik oder Psychologie – die Entscheidung liegt ganz bei euch.

Im Laufe eures Bachelorstudiums müsst ihr dann, genauso wie beim klassischen Jurastudium, Schwerpunkte setzen. Das kann entweder Zivil- und Strafrecht, Öffentliches Recht, Steuerrecht oder Unternehmensprüfung sein.

Zulassungsbedingungen

Um den Bachelor of Laws studieren zu können, braucht ihr entweder die allgemeine Hochschulreife, also das Abitur, oder die fachgebundene Hochschulreife. In manchen Fällen braucht ihr noch das Latinum, das hängt von der jeweiligen Hochschule ab. Wer kein Abitur hat, kann in diesem Studiengang trotzdem studieren! Dazu braucht man entweder eine fachspezifische Ausbildung mit dem jeweiligen Abschluss (zum Beispiel als Fachwirt) oder eine abgeschlossene Berufsausbildung mit mindestens 3 Jahren Berufserfahrung.

Wer im Ausland eine Hochschulzugangsberechtigung erworben hat, der kann sich auch bewerben. Ihr seht also, es ist nicht unmöglich, ohne Abitur zu studieren. Ihr könnt auf einige Umwege ausweichen und somit einen Hochschulabschluss erwerben.

Berufsaussichten

Mit einem Abschluss des Bachelor of Laws habt ihr einige Berufsmöglichkeiten, die ihr erwägen könnt. Durch die Kombination mit Wirtschaft oder Politik kommen hier viele Branchen in Frage. Allerdings könnt ihr mit diesem Abschluss kein Rechtsanwalt, Notar oder Jurist werden! Auch mit dem Master of Laws ist das leider nicht möglich. Denn diese Berufe lassen sich nur mit dem Status eines Volljuristen ausüben und das geht nur über das Staatsexamen und das 2-jährige Referendariat.

Allerdings solltet ihr jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken. Denn mit dem Bachelor oder Master of Laws lassen sich auch andere interessante juristische Berufe erwerben. Ihr könnt zum Beispiel als Rechtsberater, Wirtschaftsjurist oder in der Verwaltung arbeiten. Unternehmen brauchen immer Juristen, die ihnen zur Seite stehen und das Gehalt ist in diesen Branchen ebenfalls nicht schlecht.

Wer trotzdem den Beruf des Rechtsanwalts, Richter oder Notars ausüben will, der kommt und das Staatsexamen und das Referendariat nicht herum. Aber die gute Nachricht ist, dass ihr das einfach an euer Studium anhängen könnt. Einige Kurse werden von den Universitäten angerechnet und somit müsst ihr nur ein paar Semester des Jurastudiums wiederholen und habt dann die Möglichkeit das Staatsexamen und das Referendariat zu absolvieren. Dauert zwar länger, aber leider ist das ein Muss für all diejenigen, die höhere Berufe anstreben. Das Staatsexamen wird außerdem benötigt, um das Referendariat überhaupt erst antreten zu können. Denn mit einem normalen Bachelorabschluss ist das 2-jährige Referendariat nicht möglich.

Diese Vorteile, Nachteile und Zulassungsbedingungen bringt der Bachelor of Laws mit sich

Vorteile des Bachelor of Laws

Wer also keine höheren juristischen Berufe ausüben will, der kann einen Abschluss des Bachelor of Laws definitiv anstreben. Denn der Studiengang hat so seine Vorteile. Zum einen seid ihr viel schneller fertig, als bei einem klassischen Jurastudium. Durch den Bachelor of Laws könnt ihr bereits nach 3 Jahren anfangen zu arbeiten. Somit verdient ihr schneller Geld und könnt euch eventuell immer noch hocharbeiten. Selbst wenn ihr noch den Master machen wollt, so seid ihr immer noch schneller fertig als die traditionellen Jurastudenten.

Darüber hinaus können bei einem klassischen Studium der Rechtswissenschaften einige Risiken entstehen. Denn erstens müsst ihr hier mit einigen Kosten rechnen. Die fallen nicht nur neben dem Studium an (zum Beispiel Lebenshaltungskosten), sondern auch im Studium. Das ganze Lehrmaterial ist nicht immer kostenfrei und wer private Repetitorien besuchen will, der muss ganz schön blechen. Solche Kurse können bis zu 200 Euro pro Monat kosten.

Wer dann bei den Staatsexamen durchfällt, steht völlig ohne Abschluss da. Vor allem für diejenigen, die öfter durch das Staatsexamen fallen, ist der Traum von Jura geplatzt. Beim Bachelor of Laws sind die Kosten für das Studium niedriger und nach 6 Semestern hält man immerhin einen ersten anerkannten Abschluss in der Hand. Wer sich dann immer noch weiterbilden will, der kann das Staatsexamen auch danach machen und hat so weniger Risiken ohne jegliche juristische Berufsmöglichkeiten dazustehen.

Ein weiterer Vorteil des Bachelor of Laws ist der international anerkannte Abschluss. In den meisten Studiengängen lernt ihr internationales Recht kennen und könnt somit ins Ausland gehen, was bei einem klassischen Jurastudium nicht der Fall ist. Eine gute Möglichkeit also, um sich auch im Ausland umzuschauen.

Nachteile des Bachelor of Laws

Der größte Nachteil eines Bachelor of Laws ist wohl das geringere Einstiegsgehalt. Mit dem Master kann man zwar ein besseres Einkommen verdienen, aber so ganz kommt das nicht an die Volljuristen ran. Natürlich ist das auch branchen- und unternehmensabhängig.

Ein weiterer Nachteil ist natürlich die fehlenden Qualifikationen für höhere juristische Berufe. Wer jedoch Ausdauer und Motivation hat, kann nach dem Bachelor of Laws immer noch in das Jurastudium einsteigen und somit die Qualifikationen erwerben.

Fazit

Der Bachelor of Laws ist eine gute Alternative, wenn man nicht so lange studieren will und schneller ins Berufsleben einsteigen möchte. Die Kombinationen mit Wirtschaft, Politik oder Fremdsprachen versprechen einiges an Abwechslung und ermöglichen eine breite Auswahl an Berufsmöglichkeiten, auch im Ausland. Auch die Kosten sind geringer (sofern man nicht an einer privaten Hochschule studiert).

Studierende, die einen Abschluss des Bachelor of Laws anstreben, können außerdem beruhigter sein, denn sie haben schon nach 3 Jahren einen qualifizierten Abschluss, während traditionelle Jurastudenten schnell mit Nichts dastehen können. Wer sich also nicht an das klassische Studium der Rechtswissenschaften an Universitäten traut oder ein wenig Abwechslung will, der kann sich für einen Bachelor of Laws bewerben. Weiterbilden kann man sich danach immer noch. 🙂

Mehr?  Das kannst du tun, wenn dein Studium keinen Spaß mehr macht