Als Student das passende Auto finden – diese Punkte sind besonders wichtig

Das Abitur ist geschafft und die Bescheinigung zur Immatrikulation liegt im Briefkasten. Viele Studenten denken jetzt auch ans erste eigene Auto. Welcher Pkw passt zu mir? Die Entscheidung hängt von sehr vielen Faktoren ab. Neu- und Gebrauchtwagen haben ihre Vorteile, es lassen sich aber auch Minuspunkte auf der Liste finden. Letztlich entscheidet sehr oft das Budget, welches Auto es am Ende wird.

Darüber hinaus müssen Studenten aber an einigen Ecken sehr genau hinschauen, wenn sie die Entscheidung später nicht bereuen wollen. Gerade der Kauf eines Gebrauchten aus privater Hand kann sonst zu einem echten Fiasko werden. Auf was kommt es im Detail an, wenn junge Erwachsene nach ihrem ersten eigenen Auto suchen?

Neuwagen oder Gebrauchtwagen?

Die erste Frage beim Autokauf als Student ist auf den ersten Blick einfach zu beantworten. Ob eher Neuwagen oder Autos vom Gebrauchtwagenmarkt infrage kommen, entscheidet sich am Budget. Hier haben Gebrauchte einfach die Nase vorn. Viele Studenten müssen den Gürtel nach überstandenem Abitur und der Führerscheinprüfung finanziell nur noch begrenzte Möglichkeiten. Da zusätzlich die Wehrpflicht seit einigen Jahren nicht mehr gilt, ist zudem der Sold weggefallen, mit dem ein Teil der Studenten früher das erste Auto finanziert hat. Lässt sich diese Aussage so pauschal in der Praxis wirklich halten?

Nein! Auch Studenten können mit einem Neuwagen unterwegs sein. Entscheidend sind die persönlichen Rahmenbedingungen. Beispiel duales Studium: Hier wird bereits ein Gehalt bezogen, mit dem sich die Finanzierung stemmen lässt. Aber auch Hilfe der Eltern oder Großeltern macht einen Neuwagen für einzelne Studenten durchaus möglich. Der Deal lautet oft: „Wir die Autokredit-Rate, du die laufenden Kosten“.

Dass ein Neuwagen auch für Studenten Vorteile hat, liegt auf der Hand. Hierzu gehören:

  • Wartungs- und Reparaturaufwand überschaubar
  • Verbrauchskosten
  • Steuern und Versicherung.

Auf der anderen Seite sind natürlich die Anschaffungskosten für einen Gebrauchtwagen unschlagbar. Studenten muss an dieser Stelle eines aber klar sein: Reparaturen werden schnell sehr teuer. Es zahlt sich aus, jeden Monat etwas „Kleingeld“ zurückzulegen, um davon die Werkstatt im Fall der Fälle bezahlen zu können. Und es gibt noch einen Punkt: Im Gebrauchtwagensegment ist das Diebstahlrisiko oft deutlich geringer.

Tipp: Die Finanzierung muss nicht zwingend über die Eltern oder Großeltern laufen. Mitunter sind Banken einverstanden, wenn sich diese als Bürge in den Finanzierungsvertrag eintragen lassen. Ohne Einkommen wird es in der Praxis sonst schwierig, Neuwagen als Student zu finanzieren.

Augen auf beim Gebrauchtwagenkauf!

Wird sich für einen Gebrauchtwagen entschieden, ist die Auswahl groß. Laut KBA wechseln pro Jahr etwa sieben Millionen Fahrzeuge den Besitzer. Hier muss gerade beim Privatkauf auf einige Dinge besonders geachtet werden. Der Zustand des Fahrzeugs ist für Laien oft nicht ohne Weiteres zu bewerten. Im Idealfall dürfen Profis das Fahrzeug begutachten. Sollte der Vorbesitzer am Auto den einen oder anderen Umbau vorgenommen haben, ist sehr detailliert zu prüfen, ob die einzelnen Anbauteile auch den geltenden Normen entsprechen. Sofern kein Teilenachweis – etwa in Form von:

  1. Teilegutachten
  2. EG-Typgenehmigung
  3. Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE)

vorliegt, sind Umbauten der Vorbesitzer immer mit einer gewissen Skepsis zu betrachten.

Welche Wagenklasse ist sinnvoll?

Studenten schauen zuerst aufs Preisschild. Viele andere Kaufkriterien müssen sich diesem Aspekt unterordnen. In die Entscheidung muss aber auch einfließen, wie groß das Auto ist. Die Wagenklasse hat Einfluss auf den Preis und das Handling. Ist es als Student sinnvoll, mit einem Bulli oder einem US-Muscle-Car unterwegs zu sein?

Beide sind vielleicht stylische Autos. Im Stadtverkehr und in Bezug auf die Handlichkeit haben sie allerdings beide Tücken. Ein Van ist schlicht zu ergreifend zu groß für viele Parklücken. Diese Tatsache gilt übrigens auch für Kombis und das eingangs angesprochene Muscle Car.

Gerade für den Stadtverkehr sind Kleinwagen eine gute Entscheidung. Studenten kommen damit in viele Parklücken. Außerdem sind Kleinwagen tendenziell günstiger als Kombi und Co. Aber: Ein Kleinwagen hat natürlich einen großen Nachteil. Das Platzangebot im Innenraum und im Kofferraum ist eher beschränkt. Auf der anderen Seite macht sich diese Fahrzeugklasse oft bei:

  • Steuern
  • Versicherungsbeiträgen
  • Verbrauch

positiv bemerkbar. Ähnliche Aussagen gelten auch noch (allerdings teils schon mit Einschränkungen) für die Kompaktklasse bei den Pkw.

Beide Fahrzeugklassen dürften aus Sicht vieler Studenten praxis- und alltagstauglich sein. Was natürlich nicht funktioniert ist der Umzug mit kleinen City-Flitzern. Aber: Ein Kleinwagen muss dies auch nicht können. Für Umzug und Co. gibt es immer noch die Möglichkeit, sich einfach bei Autovermietungen oder in Baumärkten nach einem Transporter umzuschauen.

Den eigenen Wagen anmelden – diese Schritte sind wichtig

Ein Auto kaufen, einsteigen und losfahren – ganz so einfach ist es nicht. Bevor Pkw im Straßenverkehr bewegt werden dürfen, braucht es die Zulassung. Sprich: Das Fahrzeug muss angemeldet werden. Entsprechend haben die zuständigen Behörden Zulassungsstellen eingerichtet. Über Jahre sah die Situation so aus, dass der direkte Kontakt nötig war – also jeder Halter für die Zulassung vor Ort zu erscheinen hatte.

Beim Neuwagenkauf nehmen viele Händler diesen Schritt ihren Kunden ab, brauchen dafür aber eine Vollmacht. Im Gebrauchtwagen-Segment melden Halter ihre Fahrzeuge immer noch zum Großteil selbst durch den Kontakt zur Zulassungsstelle an. Inzwischen wird zwar auch schon mit der Online-Zulassung gearbeitet. Allerdings sind hier einige Voraussetzungen zu erfüllen.

Die „klassische“ Zulassung ist etwas einfacher. Es braucht:

  • Personalausweis
  • Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II
  • HU-Nachweis
  • eVB-Nummer.

Letztere ist ein Code, welcher das Bestehen einer Kfz-Haftpflichtversicherung bestätigt. Dieser Punkt ist für die Zulassung besonders wichtig, da in Deutschland keine Fahrzeuge ohne eine bestehende Haftpflichtversicherung nach § 1 Pflichtversicherungsgesetz betrieben werden dürfen. Studenten können sich die eVB Nummer meist schon telefonisch vom Versicherer durchgeben lassen und müssen nicht erst den Eingang des Versicherungsscheins abwarten.

Kfz-Haftpflicht: Selbst versichern oder Zweitwagen über die Eltern?

Viele Studenten nutzen anfänglich die Möglichkeit, die Versicherung über ihre Eltern laufen zu lassen. Der Vorteil sind die hohen Schadenfreiheitsrabatte, welche Policen günstig machen. Je länger die Eltern unfallfrei unterwegs waren, umso besser. Aber: Früher oder später gehört die eigene Versicherungspolice auf die Agenda. Andernfalls steigt der eigene SF-Rabatt nicht und es wird nach dem Studium teurer.

Kaskoversicherung: ja oder nein?

Haftpflichttarife decken lediglich Schäden, die bei einem verschuldeten Unfall anderen Verkehrsteilnehmern entstehen. Der eigene Schaden muss selbst gedeckt werden. Kaskoversicherungen – in Form der:

  1. Teilkasko
  2. Vollkasko

gehen einen Schritt weiter. Hier können unter anderem der Diebstahl und das Wildunfall-Risiko eingeschlossen werden. Aber auch Schäden durch Hagel oder Vandalismus tauchen in den Deckungsrisiken der Kaskotarife auf.

Ob der Abschluss einer solchen Police sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Für einen Gebrauchtwagen, der bereits sieben bis acht Jahre auf dem „Tacho“ hat, ist diese Art Absicherung wahrscheinlich unnötig. Ein Jahres- oder Neuwagen ist etwas anderes. Hier kann sich diese Form Kfz-Versicherung lohnen. Wichtig: Bei Kreditfinanzierungen ist der Abschluss einer Vollkaskoversicherung über die Kreditbedingungen oft sogar durch die Bank vorgeschrieben.

Fazit: So finden auch Studenten ihr Auto

Mit der Einschreibung beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Sich selbst im Alltag zu organisieren heißt für viele Studenten auch, plötzlich ganz anders mobil zu sein. Mit dem eigenen Auto vom „Hof der Eltern“ zu rollen, ist ein sehr spezielles Gefühl. Um den Herausforderungen gewachsen zu sein, kommt es auf die richtige Fahrzeugklasse an – und dass die laufenden Kosten nicht ausufern. Es muss nicht gleich ein Neuwagen sein. Viele ehemalige Studenten denken oft mit einer gewissen Wehmut an ihren ersten „Gebrauchte“, der sie trotzdem durchs komplette Studium begleitet hat.