Schlafen

Wer kennt es nicht – Du sitzt in der Vorlesung, versuchst Dich zu konzentrieren, aber Dein Körper macht einfach nicht mehr mit. Das Gehirn schaltet ab, die Augen fallen zu – was der Dozent da vorne vor sich hin brabbelt, versinkt als sanftes Hintergrundgeräusch in Deinem lauten Schnarchen. Der Hörsaal stellt sich manchmal als der perfekte Ort heraus um einzuschlafen, wenn Du nicht in der Stimmung und körperlichen Verfassung bist, Deine Aufmerksamkeit dem Dozenten vor Dir zu widmen. Dein Sitznachbar mag es zwar als störend empfinden, wenn Dein Kopf auf seine Schulter sinkt, doch wen kümmert das schon, wenn Du Dich derweilen auf Schlafwolke 7 befindest?

Doch wie kannst Du verhindern, dass Dir dieses Missgeschick passiert? Wenn Du Dir wünschst, das Schlafproblem loszuwerden, um endlich aufmerksam und ohne einzuschlafen in der Vorlesung sitzen zu können, dann lies Dir jetzt unsere besten Tipps gegen Einschlafen in der Vorlesung durch!

1. Schlafrhythmus ändern

Deine Mutter erzählt es Dir wahrscheinlich schon seit Jahren, vielleicht ist es an der Zeit, ihr endlich mal Glauben zu schenken. Für viele Leute ist der Grund ihrer Müdigkeit einfach nur Schlafmangel. Wer auf Dauer zu wenig schläft, bekommt durchaus die Auswirkungen davon zu spüren. Wenn Du Dir nicht genügend Schlaf gönnst, leiden Deine kognitiven Fähigkeiten darunter. Deine Konzentration lässt nach und Du neigst eher dazu, mit dem Tagträumen anzufangen. Kein Wunder also, dass Dich die monotone Stimme Deines Dozenten durchaus in den Schlaf wiegen kann, wenn Du die Nacht  vorher nicht genügend davon hattest. Die simpelste Lösung ist also einfach, früher ins Bett zu gehen. So entwickelst Du eine gesunde Routine, die Dich fit für den nächsten Tag werden lässt. Klar ist das einfacher gesagt als getan. Der durchschnittliche Student hat am Abend Besseres zu tun, als um neun brav zugedeckt im Bett zu liegen und die Äugelein zuzumachen.

Dennoch ist es wichtig, nachts mindestens sieben bis acht Stunden Schlaf zu bekommen. Und zwar regelmäßig. Denn Müdigkeit bringt neben Konzentrationsschwäche noch einige andere Konsequenzen mit sich, die weniger lustig sind. Du neigst zum Beispiel dazu, viel mehr zu essen wenn Du müde bist. Auch kann Schlafmangel Deinen Blutzucker beeinflussen und zu Herzproblemen führen. Da Du Dir ja sicherlich als junger Student über so ernsthafte Dinge noch keine Gedanken machen möchtest, sei Dir also geraten, das Thema Schlaf ernst zu nehmen. Auch wenn Du sehr an Deinem Sozialleben hängst, versuche, durchzechte Nächte auf das Minimum zu begrenzen. Unter der Woche vor zwölf Uhr einzuschlafen sollte schon drin sein. So klappt das dann auch mit dem ausgeruht und aufmerksam in die Vorlesung gehen.

2. Frühsport

Auch Faulenzer profitieren davon: Wer sich morgens aus dem Bett quält und Sport betreibt, ist deutlich wacher und fitter als andere, die direkt aus dem Bett in die Vorlesung stolpern. Frühsport reduziert außerdem Stress und macht gute Laune, was sicher auch nicht verkehrt für eine Vorlesung ist. Bei allzu großer Langeweile kannst Du so einfach gut gelaunt leise mit Deinem Sitznachbar schwatzen. Und selbst wenn die Vorlesung an für sich keinen Spaß macht, dann hast Du immerhin für den Rest des Tages noch Freude an Deiner guten Laune.

Zudem neigen Menschen, die morgens schon aktiv sind, dazu, auch den Rest ihres Tages aktiver zu gestalten. Die morgendliche Jogging-Runde würde Dich also gut auf den ganzen Tag vorbereiten. Und wer weiß, vielleicht hast Du dadurch ja sogar nach der Vorlesung noch ein wenig Energie übrig, die Du zum Lernen verwenden kannst!? Noch dazu springst Du nach dem Morgensport ja direkt in die Dusche, was ebenfalls wach macht. Ein sportliches Frühprogramm würde Deinen Körper und Kreislauf somit definitiv davon abhalten, in der Vorlesung mit dem Kopf auf dem Tisch einzuschlafen.

3. Kleine koffeinhaltige Helferlein

So manchem Studenten reicht schon der Geruch von Kaffee aus, um sich wieder wach und munter zu fühlen. Auch Energydrinks sind unter jungen Leuten beliebt und helfen, an müden und grauen Tagen nicht den Kopf zu verlieren. Auch wenn koffeinhaltige Getränke nicht auf Dauer eine Lösung sind – sie können Dir definitiv durch harte Vorlesungs-Zeiten helfen. Die Wirkung der meisten Getränke hält zwar nur kurz an, doch für eine Vorlesung sollte das Koffein trotzdem ausreichen.

Kaffee

Dennoch sind koffeinhaltige Getränke nur in Maßen und mit Vorsicht zu genießen! Die meisten Menschen gewöhnen sich nach einer Weile an die Wirkung von Koffein, sodass der starke Wachmach-Effekt nachlässt. Da hilft nur noch die Dosis erhöhen, was leider nicht von Vorteil ist. Kaffee kann in größeren Mengen zu Kopfschmerzen führen und nervös machen, was Dich zwar davon abhalten würde, in der Vorlesung einzuschlafen, aber dennoch weniger wünschenswert ist. Auch Energydrinks können Deinen Tagesrhythmus negativ beeinflussen. Koffein macht bekanntlich süchtig – und wer möchte schon eine Koffeinabhängigkeit als Mitbringsel aus seiner mehrjährigen Studentenlaufbahn haben?

4. Mitschreiben

Sicher denkst Du jetzt „na logisch“. So simpel es auch klingen mag, fleißig in der Vorlesung mitschreiben, hält Dich tatsächlich davon ab, in Deinem Sitz zu versinken und einzuschlafen und ist somit eine Erwähnung in dieser Liste wert. Wenn Du mitschreibst, konzentrierst Du Dich mehr auf die Worte des Dozenten, da Du gezwungen bist, sie wieder vor Dir aufs Papier zu bringen. So beschäftigst Du Dich auch gleich mit dem Inhalt der Vorlesung und kannst anfangen, Dich damit auseinanderzusetzen. Ebenso nützlich: Wenn Du beim Mitschreiben merkst, dass Du Fragen hast, hast Du die Möglichkeit, sie gleich zu stellen und merkst nicht erst ein paar Wochen später während der Klausurvorbereitung, dass Du dem Thema eigentlich nicht so ganz folgen kannst. Mitschreiben hält Dein Gehirn wach und aktiv und hält dadurch auch Deinen restlichen Körper vom Einschlafen ab.

Falls der Prof sowieso das vollständige Skript seiner Vorlesung verteilt – einfach auf dem Block rumkritzeln. Oder versuch andere kreative Wege, das Gehörte zu notieren, zum Beispiel durch Sketchnotes. Dadurch bleibst Du wach und hörst zu – und das ist ja auch schon mal was.

5. Vorbereitet in die Vorlesung gehen

Wenn Dir Mitschreiben allein nicht ausreicht, kannst Du Deine Vorlesung sogar noch intensiver gestalten, indem Du Dich darauf vorbereitest. Wenn Du bereits eine Ahnung hast von dem, was der Prof vorne erzählt, kannst Du Dich noch besser vom Schlafen abhalten. Es ist natürlich deutlich einfacher, nicht gedanklich abzuschweifen und in Träumereien zu verfallen, wenn Du dem sonst endlos scheinenden Monolog Deines Professors folgen kannst. Wenn Du außerdem bereits weißt, was auf Dich zukommt und an dem Thema Interesse zeigst, steigert sich auch Deine Motivation und die Lust, Dich damit auseinanderzusetzen. Ein Gespräch ist ja schließlich auch viel interessanter, wenn Du verstehst, wovon Dein Gegenüber redet und Du nicht das Gefühl hast, dass Dir unverständliches Zeug an den Kopf geworfen wird.

6. Meditieren

Obwohl Meditation ja allgemein als Entspannungsmittel gilt, kann es Dir morgens dabei helfen, Deinen Geist konzentrierter zu machen. Wer sich vor Beginn des Tages ein paar Minuten Zeit für sich nimmt, um in sich zu gehen und seine Gedanken zu sammeln, der kann danach fokussiert in den Tag starten. Morgens entspannen und so Stress abzubauen hilft, sich den Aufgaben, die der Tag bereithält, mit Wohlgefallen zu widmen. So kann Dir auch der Weg in die grausam langweilige Vorlesung nicht mehr ganz so tragisch erscheinen. Und Meditieren dauert gar nicht lange – fünf bis zehn Minuten reichen, um einen Einfluss auf Dich zu haben. Anders als beim Frühsport musst Du dafür also nicht eine halbe Stunde früher aus dem Bett hüpfen. Wenn Du Dir angewöhnst, Achtsamkeit und Konzentration bewusst zu üben, kann sich das positiv auf Deinen ganzen Lebensstil ausüben – was als müder und schlafloser Student gar nicht mal so übel ist.

7. Nicht hingehen

War die durchzechte Nacht zu extrem und der Kater quält Dich fürchterlich? Oder hast Du bis spät in die Nacht in der Bib gesessen und gelernt? Wenn es wirklich mal gar nicht geht und Du einfach keinen Weg siehst, Dich in die Vorlesung zu quälen, dann probiere es doch einfach mal mit liegen bleiben. Sollte die Vorlesung nicht so wichtig sein, oder Dir ist ohnehin schon klar, dass das Thema Deinen Horizont übersteigt, dann macht es ja fast keinen Sinn, dafür aufzustehen. Schließlich wärst Du dann den ganzen Tag über müde und würdest überhaupt nichts zu Stande bringen. Schlaf lieber noch eine Runde und mach Dich dann nachmittags fleißig ans Werk. Besorge Dir von einem Kommilitonen das Skript und dessen Notizen, oder bitte ihn darum, Dir das Thema zu erklären. Natürlich solltest du Nicht-Hingehen nur als Notlösung ansehen – dauerhaft Vorlesungen schwänzen bringt Dir recht wenig.

Fazit

Vor allem wenn Dir eine wichtige Vorlesung bevorsteht, zu der Du auf jeden Fall hingehen solltest, kommt der letzte Punkt natürlich nicht in Frage. Versuche lieber erst die anderen Optionen, bevor Du Dich mit dem Gedanken anfreundest, den Rest Deines Lebens im Bett zu verbringen. Vielen Menschen hilft es, eine Routine zu entwickeln, die ihnen auf Dauer mehr Energie verschafft. Ein Anfang wäre es also, regelmäßige Bettzeiten einzuhalten. So hält Dein Körper eher die acht Uhr Vorlesung aus und Du bist weniger dazu geneigt, einzuschlafen. Sobald Du die für Dich optimale Lösung gefunden hast, fällt es Dir sicher leichter, den Hörsaal nicht mit Deinem Schlafzimmer zu verwechseln.

Dieser Artikel gehört zu unserer Reihe „Tipps und Tricks für Vorlesungen“:

Teil 1:  5 gute Gründe, doch in die Vorlesung zu gehen

Teil 2:  7 Tipps, um in der Vorlesung nicht einzuschlafen

Teil 3: 10 Dinge, die man während einer Vorlesung tun kann

Teil 4: 5 Tipps, um sich in der Vorlesung besser konzentrieren zu können

Teil 5: Bessere Mitschriebe und Notizen? Das Cornell-System

Teil 6: Mitschreiben mal anders – Sketchnotes

Teil 7:  So nutzt du die Vorlesung optimal

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Welcher Vorlesungstyp bist du?