7 Methoden, wie du dir mehr merken kannst

Hier findest du Tipps, wie du dir mehr merken kannst.

In der Uni ist es nicht unüblich, dass Studenten für eine Klausur ein Skript von 120 Seiten lernen müssen. Aber selbst 40 Seiten können ausreichen um Verzweiflung zu stiften: Wie soll ich das alles bloß in meinen Kopf bekommen? Die folgenden 7 Methoden werden dir dabei helfen, dir mehr merken zu können.

Vorab solltest du herausfinden, zu welcher Tageszeit deine Leistung am höchsten und zu welcher am niedrigsten ist. Lerne über den Tag verteilt zu den unterschiedlichsten Zeiten und notiere dir, wie konzentriert du bist. Mithilfe dieses Wissens kannst du deine Lernzeiten effektiv planen. Wie gut du dir Lerninhalte merken kannst, hängt zudem damit zusammen, was für ein Lerntyp du bist. Der visuelle Lerntyp lernt am besten mit Grafiken und Schemata. Der auditive Lerntyp nimmt am meisten auf, wenn er den Stoff hört. Gehörst du hingegen zum kinästhetischen Lerntyp, behältst du durch die Anwendung von Wissen am meisten im Kopf. Als kommunikativer Lerntyp solltest du in der Gruppe lernen, damit dein Lernerfolg größer ist. Kaum jemand entspricht genau einem Lerntypen. Meist besteht unser Lernprofil aus verschiedenen Lerntypen in unterschiedlicher Ausprägung.

1. Wiederholungen

Lerninhalte zu wiederholen ist sicher eine der ältesten und verbreitesten Methoden sich Dinge zu merken. Nach sechs Wiederholungen werden die Informationen in dein Langzeitgedächtnis integriert, weshalb du den gelernten Stoff vorerst nicht mehr vergessen wirst. Das kann zwar auf Dauer langweilig werden, ist aber notwendig. Nach der Prüfung kannst du den Stoff ja sofort wieder vergessen. Die Wiederholung von Lernstoff führt aber nicht nur dazu, dass sich das Wissen festsetzt. Durch sie wirst du dich sicherer fühlen. Nach dem dritten Durchgang wirst du bemerken, dass du einen Teil schon auswendig kannst.

Die Wiederholung von bereits gelerntem Stoff eignet sich besonders in einer niedrigen Leistungsphase.

2. Eselsbrücken

Gerade bei komplizierten Begriffen oder Definitionen sind Eselsbrücken hilfreich. Zumeist vereinfachen sie den Lernstoff extrem. Ein Beispiel wäre der Satz „Nie ohne Seife waschen“, den jeder kennen und wahrscheinlich auch nie wieder vergessen wird. Schaffe dir deine eigenen Eselsbrücken, angepasst auf deinen Lerninhalt. Behalte die ersten Buchstaben bei und bilde wie im Beispiel einen neuen Satz. Je absurder der Satz, desto schneller bleibt er im Gedächtnis. Es gibt auch die Möglichkeit einen Satz zu erfinden, in dem jedes Wort auf einen Stichpunkt verweist.

Außerdem kannst du einen Fachbegriff auseinander nehmen. Aus welchen Worten besteht er? Versuche die Wortteile in einem Merksatz einfacher zu verbinden.

Extratipp: Musik beim Lernen kann auch als Eselsbrücke funktionieren.

3. Routenmethode

Die Routenmethode (auch Loci-Methode genannt) soll besonders gut sein, um sich Dinge in kurzer Zeit zu merken. Bei dieser Methode wählst du zunächst eine Route aus, die du oft läufst. Ein Beispiel wäre der Weg in die Uni, es kann aber auch der Weg vom Bett ins Bad sein. Danach werden markante Orte oder Gegenstände ausgesucht. Am besten ungefähr zehn, es kommt aber ganz darauf an, was du dir merken möchtest. Verknüpfe den Lerninhalt chronologisch mit diesen Orten oder Gegenständen. Ziel ist es, die Route in Gedanken abzulaufen. Durch die Verknüpfungen von Ort/Gegenstand und Lernstoff wird das Einprägen der Informationen einfacher. Du brauchst in der Prüfung nur die Route in Gedanken ablaufen und bist direkt bei den relevanten Informationen.

4. Geschichte

Um sich Dinge besser einprägen zu können, kannst du außerdem aus den Informationen eine Geschichte basteln. Bringe die Inhalte in einen Gesamtzusammenhang. Dieser kann am Fach orientiert sein oder mit deiner Freizeit zu tun haben. Je emotionaler und kreativer die Geschichte, desto größer der Lernerfolg. Und je lustiger, desto mehr Spaß macht es. Diese Methode eignet sich besonders gut für Prüfungen, in denen du ein Essay schreiben oder einen Vortrag halten musst.

5. Mind-Maps

Mind-Maps sind besonders beim visuellen Lerntyp sehr beliebt. Mithilfe von ihnen kannst du Zusammenhänge leichter erkennen. Durch die graphische Darstellung von Mind-Maps kannst du komplexe Punkte direkt miteinander verbinden. Die Informationen und ihre Beziehungen prägen sich dann besonders gut ein. Für große Themen sind sie nicht optimal, da sie schnell unübersichtlich werden können. Dafür sind sie wie geschaffen für Themen, die du noch nicht vollends durchdrungen hast.

6. Laut aussprechen

Beim Laut aussprechen lernen wir auf der auditiven Ebene, weshalb der auditive Lerntyp auf diese Methode schwört. Unter anderem Vorlesungen basieren auf diesem Konzept. Alles was wir schon einmal gehört haben, können wir leichter erinnern. Durch das Hören unserer eigenen Stimme nehmen wir die Informationen also nochmal anders auf. Den größten Lernerfolg wirst du haben, wenn du den Stoff zusätzlich noch in deinen eigenen Worten wiedergibst.

Eine weitere Option ist es, sich den Lernstoff gegenseitig innerhalb einer Lerngruppe zu erzählen. Diese Methode verbindet den auditiven mit dem kommunikativen Lerntypen.

7. Dinge aufschreiben

Ob du deinen Lernstoff schriftlich auf Karteikarten zusammenfasst oder immer mal wieder abschreibst macht keinen Unterschied. Wichtig ist, dass du ihn aufschreibst. Beim Ab- oder Aufschreiben bleibt schon Einiges im Gehirn hängen. Formulierungen prägen sich ein und strukturieren dein Wissen. Zudem lernst du bei Fachbegriffen direkt, wie man sie richtig schreibt. Gerade vor schriftlichen Prüfungen ist es also sinnvoll, den Lernstoff hin und wieder aufzuschreiben. Diese Methode eignet sich besonders für den visuellen Lerntyp.

Ganz wichtig:

Du solltest immer genug Pausen machen, wenn du dir viel merken musst

Pausen machen

Nach ein paar lernintensiven Stunden verspüren wir das Gefühl, dass unser Kopf raucht. Das Gehirn ist vollgepackt und kann ab einer gewissen Menge und Zeit keine weiteren Informationen mehr aufnehmen. Dein Kopf möchte eine Pause. Diese solltest du ihm geben – am besten schon, bevor er sich meldet.
Lernpausen sind ennorm wichtig. Das Wissen muss erst sacken, bevor neues aufgenommen werden kann. Während diesen wirst du vermutlich Netflix schauen, etwas essen oder dich mit Freunden auf einen Kaffee treffen. Vielleicht wirst du auch nur kurz an die frische Luft gehen oder ein paar Minuten deinen Gedanken nachhängen. All diese Aktivitäten geben deinem Gehirn neue Reize. Pausen führen dazu, dass deine Lerneffektivität gesteigert wird.

Nicht alles auf einmal

Genauso wie Pausen zu einer höheren Lerneffektivität führen, ist es auch wichtig sich den Lernstoff gut einzuteilen. Du solltest dir nicht zu viel an einem Tag einprägen wollen. Oft ist weniger doch mehr. Kriegt das Gehirn zu viele Informationen an einem Tag, kann es passieren, dass es schon zuvor gelernte Inhalte wieder rauswirft. Lerne lieber etwas weniger über einen längeren Zeitraum. Falls es nicht anders geht, kann man sich aber natürlich auch viel Lernstoff in kurzer Zeit „in die Birne hämmern“.

Die nächste Prüfung kommt bestimmt

Zuerst heißt es also: Finde heraus, wann und wie du am leistungsfähigsten und effektivsten arbeitest. Ergründe dann, welcher Lerntyp du bist. Die Methoden für die du dich entscheidest, müssen nicht mit deinen Lerntypen übereinstimmen. Entscheide dich für die Methoden, die am besten zu dir passen. Anschließend kannst du voller Motivation mit dem Lernen starten.