Mathematik

Auch Du hast es inzwischen sicher schon mitbekommen – gute Berufschancen hat man heutzutage vor allen Dingen wenn man etwas von MINT-Fächern versteht.

Die Abkürzung steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Und auch viele andere Studiengänge, die auf den ersten Blick gar nicht so mathematisch vorbelastet aussehen, weisen Mathematik als Prüfungsfach vor – zumindest in den ersten paar Semestern.

Doch soll das nun heißen, dass Du Deine Zukunft gleich in die Tonne kloppen kannst, nur weil Du nichts von Mathematik und ähnlich technisch-logischen Fächern verstehst?

Bedeutet dies, dass jeder, der von Mathe nicht so die Ahnung hat, sich lieber gleich auf niedriges Gehalt und mögliche Arbeitslosigkeit einstellen sollte?

Nicht gleich verzweifeln, noch musst du Deine Zukunft nicht ganz so schwarzsehen.

Es gibt durchaus Studiengänge, die (fast) komplett ohne mathematische Grundlagen auskommen und mit denen Du trotzdem Aussichten auf einen Job hast.

Natürlich werden Naturwissenschaften immer gefragter, doch es gibt immer noch genügend Berufe, die auch ohne auskommen.

Außerdem ist gerade in mathelastigen Studiengängen die Abbruchrate sehr hoch, weshalb Du durchaus von einem Studium ohne Mathe-Anteil profitieren kannst. Denn wenn Deine Stärken nicht in Mathe liegen, was bringt Dir dann die ganze Quälerei?

Wir zeigen Dir heute fünf Studiengänge, für die Du wenig mathematisches Verständnis brauchst und mit denen Du dennoch die Karriereaussichten nicht gleich an den Nagel hängen musst!

1. Geisteswissenschaften

Jaja, ich hör die ganzen Miesepeter schon von weitem buhen.

Mach doch lieber was Gescheites!

Hast Du sonst nichts auf dem Kasten? Lass sie reden.

Trotz seines verpönten Rufes heißt ein Studium in einem geisteswissenschaftlichen Bereich keineswegs, dass Du am Ende arbeitslos auf der Straße stehst. Außerdem ist Geisteswissenschaften nur ein Überbegriff für eine ganze Vielfalt an Studiengängen, die Dir zu einem durchaus erfolgreichen Berufsleben verhelfen können.

Klar klingt ein Studiengang wie Germanistik oder Philosophie erst einmal recht nichtssagend. Da fällt es leicht, den bösen IT-lern mit 100%iger Einstellungsgarantie Glauben zu schenken, wenn sie mal wieder am Lästern sind. Allerdings solltest Du Dich deswegen trotzdem nicht schlecht fühlen, wenn Du einen solchen Studiengang wählen solltest.

Nur weil Mathematik nicht Dein Ding ist, heißt das noch lange nicht, dass Deine Talente wertlos sind.

In fast allen Unternehmen werden heutzutage Fachkräfte gesucht, die gut mit Wort und Sprache umgehen können und so eine Firma beispielsweise publik vertreten können.

Und was bringt es Dir da, einen schlechten BWL Abschluss zu haben, anstatt mit Deinem tollen Anglistik Studium glänzen zu können? Wichtig ist bei Geisteswissenschaften – so wie bei fast allen anderen theorielastigen Studiengängen übrigens auch! – schon früh Praxiserfahrung zu sammeln.

So können spätere Arbeitsgeber sehen, dass Du tatsächlich Talent und Arbeitswillen in diesem Feld vorweisen kannst. Wer zum Beispiel eine journalistische Richtung einschlagen möchte, dem sei geraten, schon während des Studiums bei verschiedenen Zeitungen und Magazinen Praktika zu machen, um seine praktischen Fähigkeiten auszubauen.

Damit hast Du dann auch sicher keine schlechteren Berufschancen als ein Mathematik-Student, der noch nie gearbeitet hat. Klar kann nicht jeder FAZ Chefredakteur werden. Aber das heißt nicht, dass Du keine Chancen auf andere tolle Jobs hast. Mathematik muss da nicht sein.

2. Politikwissenschaften

Wer ein Studium der Politikwissenschaften in Betracht zieht, muss deswegen nicht gleich Politiker werden. Politikwissenschaften studieren ist zwar nicht komplett Mathe-frei, aber trotzdem ist die Mathematik, die Dir in diesem Studium begegnet, recht simpel und sollte Dir kein Kopfzerbrechen bereiten. Du musst lediglich einen Einführungskurs in Statistik belegen und sobald Du diesen erfolgreich absolviert hast, stehen Dir Haus und Tor offen für weitaus interessantere politische Themen! Es geht in einem politikwissenschaftlichem Studium viel mehr darum, wie politische Systeme funktionieren und wie die Politik Staaten und Gesellschaften beeinflusst. Auch kannst Du Dich in höheren Fachsemestern auf bestimmte Themen spezialisieren, die je nach Universität, die Du besuchst, zum Beispiel aus Folgenden bestehen könnten:

  • Vergleichende Politikforschung
  • Europäische Integrationspolitik
  • Zeitgeschichte
  • Internationale Beziehungen

Wie Du siehst, sind diese Kurse nicht unbedingt darauf ausgelegt, Dir das notwendige Wissen für eine Politikerkarriere zu verschaffen.

So kannst Du mit einem Politikstudium auch Diplomat, Journalist, Referent oder Lehrer werden – und das (fast) ganz ohne Mathematik-Kurse dabei belegt zu haben.

Wenn Du Dich für andere Kulturen und Länder und deren Beziehungen zu Deutschland interessiert, kannst Du auch an eine deutsche Botschaft im Ausland gehen, was definitiv auch ein spannender Job ist.

Politikwissenschaften ist also gar nicht so öde und einfältig wie man vielleicht denkt. Du solltest es durchaus in Betracht ziehen, wenn Du Interesse an Politik, Geschichte und Kultur hast! Wie Du siehst haben also auch Studiengänge, die so gut wie nichts mit Mathematik zu tun haben, durchaus spannende Zukunftsaussichten zu bieten.

3. Lehramt (außer naturwissenschaftliche Fächer natürlich!)

An Lehrern fehlt es ja bekanntlich vorne und hinten.

Und aufgrund der hohen Anzahl an verschiedenen Fächern, bei denen eine große Mehrheit durchaus kein Mathematik benötigt, wird Dir hier sicher auch einiges Interessantes geboten werden können.

Lehrer ist und bleibt ein spannender Beruf, da Du viel mit jungen Menschen zu tun hast und an verschiedenen Schulformen unterrichten kannst.

Wichtig ist, dass Du gut erklären kannst und kommunikativ bist.

Ebenso wichtig sind Selbstreflektion und Kritikfähigkeit.

Als Lehrer kannst Du Dir meist zwei verschiedene Fächer aussuchen, die Du später mal unterrichten möchtest.

Da hast durchaus die Möglichkeit, beim Lehramtsstudium komplett ohne Mathematik auszukommen. Obwohl die bereits genannten MINT-Fächer immer begeisterte Studenten suchen, sind auch Lehramtsstudiengänge wie Sport oder Kunst unterbesetzt.

So hast Du gute Chancen, auch in einem kreativeren Fach später unterrichten zu können.

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Auch das Gehalt von Lehrern ist gar nicht mal so schlecht – jedoch kann es von Bundesland zu Bundesland variieren. Du solltest Dich also vor Deiner Bewerbung mal informieren. Zusätzlich kann eine Verbeamtung Dein Gehalt noch weiter verbessern. Wenn Du also Spaß am Umgang mit Leuten hast und anderen gerne Dinge beibringst, dann könnte der Lehrer-Beruf durchaus das Richtige für Dich sein!

4. Rechtswissenschaften

Juristen sind trotz zahlreicher Absolventen auf Jobsuche mit unter den Spitzenverdienern der Deutschen.

Dennoch kommt es dabei sehr auf die Qualität Deines Abschlusses an.

Wer sein Studium mit Prädikatsexamina abschließt, der kann sich seinen Arbeitsplatz unter den bestbezahlten in Deutschland aussuchen.

Jura studieren kann sich daher für Ehrgeizige besonders auszahlen.

Und das ganz ohne Dich dabei mit mathematischen Formeln zu bombardieren.

Solange Du Dich nicht unbedingt in Finanzrecht spezialisieren möchtest, kannst Du Deinen Taschenrechner und Dein Formelwissen also zu Hause lassen.

Alle andere mathematischen Aufgaben, die Dir im Laufe Deines Studiums eventuell doch vor die Nase kommen könnten, sind leicht mit dem Mathe-Wissen der Mittelstufe zu lösen. Somit sind sie auch für Studenten, die mit Mathematik gar nichts anfangen können, nicht allzu schwer.

Trotz des nicht nötigen Mathe-Wissens ist logisches Denken auch in einem Jura Studium wichtig, es weist somit also durchaus einige Parallelen zur Mathematik auf.

Das heißt allerdings nicht, dass Du nun gleich wieder besorgt den Kopf einziehen musst.

Wenn Du beispielsweise in einem Fach wie Latein während Deiner Schulzeit gute Noten erzielen konntest, hast Du dadurch auch einiges an logischem Denken erlernt. Es kommt also nicht nur auf Deine Mathematik Noten an, ein Jura-Studium wird Dich sicher nicht in Analysis testen.

5. Medizin

Auch wenn Medizin auf den ersten Blick etwas nach einem naturwissenschaftlichen Studiengang klingt, musst Du Dir in diesem Fall auch nicht unbedingt Sorgen um Deine nicht vorhandenen Mathematik-Kenntnisse machen.

Als Mediziner benötigst Du eigentlich nur wenig Mathe. Und das bisschen, das Dir abverlangt wird, erweist sich mit ein wenig Grundwissen und einem Taschenrechner durchaus als lösbar. Daher solltest Du Mathe mit als kleinste Hürde im Medizinstudium betrachten.

Da Medizin ein äußerst beliebter Studiengang ist, solltest Du Dich zunächst lieber darum kümmern, überhaupt einen der begehrten Studienplätze zu ergattern. Auf jeden Fall ist Medizin jedoch ein Studienfach, in dem Du bei gutem Abschluss definitive Chancen auf eine tolle Karriere hast.

Ärzte werden auch in Zukunft immer gebraucht werden. Auch das üppige Gehalt, das sie erhalten, lockt mit guten Zukunftsaussichten. Wenn ein Medizinstudium also Deine Traum-Ausbildung ist, dann lass Dich auf keinen Fall durch Deine Angst vor naturwissenschaftlichem mathematischen Wissen davon abhalten!

Studiengänge, von denen Du lieber die Finger lassen solltest

  • BWL – auch wenn Dir so manches Mathe-Ass bestimmt erzählen wird, dass das Mathe, welches Du für ein BWL Studium benötigst, gar nicht so tragisch ist, kann es Menschen wie Dir und mir ohne mathematische Begabung doch einiges an Kopfzerbrechen bereiten
  • Psychologie – leider wird bei diesem Studiengang ein gewisses mathematisches Grundverständnis vorausgesetzt. Auch wenn die tatsächlichen mathematischen Ansprüche sehr uniabhängig sind, kannst Du auf jeden Fall mit einigen Kursen in Statistik rechnen. Ein logisches Zahlen- und Formelverständnis kann da durchaus hilfreich sein. Zwar kannst Du hier einiges mit Fleiß wieder wettmachen, aber da das Psychologie Studium sowieso sehr zeitaufwendig ist, sollten Mathehasser vielleicht lieber ganz die Finger davon lassen.
  • Bauingenieurwissenschaften – da es bei diesem Studium darum geht, die Planung und Konstruktion von Gebäuden zu erlernen, kannst Du Dir sicher schon denken, dass dabei einiges an Mathe auf Dich zukommt. Gerade in den ersten Semestern dreht sich vieles um Mathe und naturwissenschaftliche Fächer.
  • Musikwissenschaften – wer hätte es gedacht? Auch künstlerische Studiengänge können Mathe beinhalten. Da sich Musikwissenschaften mit unterschiedlichen Gesichtspunkten der Musik befassen, kannst Du dabei durchaus auch auf naturwissenschaftlichen Aspekte stoßen. Auch Töne können gemessen und analysiert werden und man kann sich so erstaunlicherweise auch einmal mit mathematischen Gleichungen beschäftigen müssen.

Fazit

Du siehst also, um beruflichen Erfolg zu haben musst Du keineswegs ein Mathe-Ass sein!

Nur weil mathematisch-technische Fächer auf dem Vormarsch zu sein scheinen, heißt das nicht, dass es keine anderen Arbeitsmöglichkeiten mehr gibt.

Natürlich lohnt sich dennoch ein kurzer Blick in die Prüfungsordnung der jeweiligen Unis.

So landest Du nicht zufällig doch in einem Studiengang, der Dir irgendwo ein Mathematik-Modul untermogelt. Prinzipiell ist es einfach wichtig, dass Du an dem was Du machst Freude hast.

Das garantiert dann meist auch Erfolg im Studium, was Dir wiederum gute Chancen gibt, später einen Job zu finden.

Und der muss nicht schlecht bezahlt sein, nur weil Du nicht bei Bill Gates anfängst. Auch wenn Dir andere erzählen, dass Programmieren die Zukunft ist, werden auch andere Arbeitsbereiche nicht komplett aussterben. Es wird noch länger hohen Bedarf an ausgebildeten Fachkräften geben, die nicht täglich auf der Suche nach X, Y und anderen Variablen sind.

Du hast noch überhaupt keine Ahnung, welcher Studiengang Dir liegen könnte? Schau doch mal bei unserem Quiz vorbei und hol Dir ein paar Anregungen!

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