10 Tipps um Seminare optimal zu nutzen

In den meisten Studiengängen verbringt man, glücklicherweise, nicht die gesamte Zeit in Vorlesungen.  Früher oder später dürfen die meisten ihr Glück auch in Seminaren und Übungen versuchen.

Nachdem wir in der Vergangenheit viel über Vorlesungen geschrieben haben; sogar darüber, ob man überhaupt hingehen sollte, ist jetzt das Seminar dran! In diesem Artikel lernst du zehn Tipps kennen, die dir dabei helfen sollen, deine Seminare voll und ganz auszuschöpfen und deine wertvolle Zeit nicht zu vergeuden!

Seminare in der Hochschule

Seminare fühlen sich ein bisschen so an wie Schule. In kleineren Gruppen – zumindest wenn deine Hochschule Geld hat – wird ein Thema vertieft und diskutiert. Häufig schließen Seminare (und Übungen) an Vorlesungen oder andere Lehrveranstaltungen an und sollen dir die Chance geben, selbst zu arbeiten, Fragen zu stellen und dich intensiv mit einem Thema auseinanderzusetzen.


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Meistens schließen Seminare nicht mit einer Klausur ab, sondern fordern von dir ab, einen Vortrag zu halten und eine Seminar-/Hausarbeit zu schreiben.

Die etwas offenere Atmosphäre in Seminaren ist etwas tolles, denn sie erlaubt es dir, deinen eigenen Interessen nachzugehen. Auf der anderen Seite fordern Seminare dadurch aber auch mehr von dir ab – du musst dein Lernen, ein ganzes Stück weit, selbst in die Hand nehmen!

Tipps für’s Seminar

1. Wähle das richtige Seminar

Wenn es um Seminare geht, hast du, ganz im Gegenteil zu Vorlesungen, meistens ein paar Wahlmöglichkeiten. Mach dir Gedanken darüber, was dich wirklich interessiert und worauf du dich im Studium spezialisieren möchtest. Auch wenn es verlockend ist: wähle deine Seminare nicht nach dem Zeitpunkt oder danach, ob die Anforderungen – angeblich – niedriger sind, als in einer anderen Veranstaltung.

2. Augen auf bei der Referatswahl

In vielen Seminaren musst du als Studierender ein Referat oder einen Vortrag halten (… unter Umständen vielleicht sogar dein erstes Referat an der Universität). Falls du dein Thema selbst wählen kannst, solltest du wieder sehr vorsichtig vorgehen: Finde ein Thema, mit dem du dich auch wirklich auseinandersetzen möchtest!

Eine kluge Strategie kann es auch sein, das erste Referat des Semesters zu wählen – hier gibt es oft ein wenig „Welpenbonus“. Falls du das Referat in einer Gruppe halten darfst (musst), ist es wichtig, gute Leute zu finden; das sind nicht unbedingt deine Saufkumpanen ;).

3. Bereite dich vor – zumindest ein bisschen

Seminare sind viel kleiner als Vorlesungen und leben davon, dass du mitarbeitest. Nichts ist einschläfernder (und verschwendet mehr Zeit), als ein Seminar in dem niemand diskutieren möchte oder kann.

In den meisten Fällen wird es vorbereitende Literatur oder anderes Material geben. Stelle sicher, dass du dich zumindest rudimentär auf dein Seminar vorbereitet hast. Da gibt es eigentlich auch keine Ausreden: Einen Text kann man notfalls auch noch in fünf Minuten kurz in der S-Bahn überfliegen (Lesetipps) – das ist schon mal besser, als gar nicht zu wissen, worum es geht.

4. Stelle Fragen

Seminare sind deine Chance, deine Fragen loszuwerden! Eins vorweg: Solltest du keine Fragen haben, bist du entweder im falschen Seminar oder im falschen Studiengang! Falls das der Fall sein sollte, schau dir mal unseren Artikel zur Frage „Studiere ich eigentlich das Richtige?“ an.

Das Fragenstellen hat aber neben der Befriedigung deiner Neugier noch zwei andere Funktionen: du belebst die Veranstaltung (= weniger Langeweile) und du punktest bei deinen Dozierenden.

Falls du dir ein bisschen schwer damit tust, dich zu beteiligen, versuche dir selbst die Challenge zu stellen, in jeder Sitzung mindestens einen Beitrag zu leisten!

5. Verfalle nicht zurück in die Schülerrolle

Weil Seminare sich ein bisschen so wie Schule anfühlen, gibt es immer das Risiko, dass man selbst wieder zum Schüler wird.

Es ist wichtig, zum Beispiel in Übungsphasen, dass du nicht mit der (weit verbreiteten) Schülerhaltung an die Sache gehst: Ich muss die Aufgabe nur aussitzen! Endlich ein wenig Zeit um mit Freunden zu quatschen! Die anderen in meiner Gruppe werden das schon machen! Mich interessiert das gerade nicht; ich verstehe das gerade nicht – nicht mein Problem!

Nur weil du wieder in einem „Klassenzimmer“ sitzt heißt das nicht, dass du kein Studierender mehr bist. Du machst das freiwillig und wenn du schon in der Uni rumhängst, dann kannst du die Zeit auch so gut nutzen, wie möglich!

6. Sprich mit deinem Dozenten

Seminare sind der ideale Kontext um mit deinen Lehrenden ins Gespräch zu kommen. Das kann nicht nur spannend und lehrreich sein, sondern gibt dir auch die Chance, herauszufinden, mit wem du später, zum Beispiel für eine Bachelorarbeit, zusammenarbeiten möchtest.

Ganz davon abgesehen, hast du an der Uni sonst nur selten die Chance, deine Fragen direkt von Experten beantwortet zu bekommen!

7. Schreibe mit

In Seminaren ist es sehr viel schwieriger, mitzuschreiben als in Vorlesungen. Seminare sind oftmals weniger strukturiert und leben von der Interaktion – ein traditioneller Mitschrieb bringt dich da nicht weit. Nichtsdestotrotz wäre es schade, wenn du aus dem Seminar nur ein Handout mitnehmen würdest – den Rest vergisst man sonst schneller, als man denkt.

Denke darüber nach, was für dich wichtig ist und womit du etwas anfangen kannst. Das können schlaue Frage deiner Kommilitonen sein, kluge Ideen deiner Dozierenden oder deine eigenen Ideen für eine tolle Seminararbeit. Wichtig ist eigentlich nur: Sitze deine Seminare auf keinen Fall einfach nur ab!

In unserem Cornell-System Artikel findest du eine Strategie, die dir vielleicht helfen kann.

8. Nimm die Diskussion mit nach draußen

Wenn du dein Fach liebst, davon gehen wir jetzt einfach mal aus, dann hast du mit Sicherheit auch Spaß daran, Fragen außerhalb der Uni zu diskutieren.

Seminare, vor allem da ja auch viele andere Leute mit ähnlichen Interessen da sind, eignen sich hervorragend um einen Stammtisch anzuschließen. Diese „informellen Seminare“ sind unter Umständen eine wesentlich bessere Schule, als alles was du in der Uni jemals zu Gesicht bekommen wirst!

9. Mache dir früh Gedanken über deine Seminararbeit

Die meisten Seminare enden in einer Seminararbeit. Je früher du anfängst, darüber nachzudenken, worüber du gerne arbeiten möchtest, desto besser.

Idealerweise kannst du gegen Ende des Semesters mit einer ersten guten Idee und vielleicht auch schon ein bisschen Hintergrundrecherche zu deinem Dozierenden gehen und deine Arbeit diskutieren. Das gibt euch beiden eine sehr viel bessere Grundlage um das Thema und die Arbeit zu besprechen und dir einen richtig guten Start!

10. „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“

Seminare sind nicht der Ort, um still herumzusitzen und dich berieseln zu lassen! Seminar sind in gewisser Art und Weise eine Art Trainingsraum für deinen Geist. Traue dich, eigene Ideen zu entwickeln und diese zu verteidigen – auch wenn das vielleicht mal in die Hose geht.

In deinen Seminaren hast du die Gelegenheit, deine eigene Ideen und Gedanken zu entwickeln und sie zu „testen“. Das mag einschüchtern wirken, gehört aber dazu, wenn man einen akademischen und kreativen Geist entwickeln möchte.

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