10 Tipps für einen besseren und schöneren Arbeitsbereich

Zugegebenermaßen verbringe ich Woche für Woche eine ganze Menge Zeit vor Netflix.

Unglaublicherweise, aber, wenn man schon einmal mit etwas angeben kann, verbringe ich aber noch mehr Zeit an meinem Schreibtisch.

Das Studium und viele moderne Berufe zwingen einen geradezu dazu, zum Schreibtischmonster zu werden, dass Tag ein, Tag aus im Arbeitsbereich vor dem Monitor oder den Büchern sitzt. Wir schreiben, wir lesen, wir lernen, wir denken, wir kommunizieren und manchmal sitzen wir auch hier wieder und sind mit Binge-Watching oder Facebook beschäftigt.

Viele Menschen sind der Überzeugung, dass man vor allem in ein gutes Bett und ein schönes Schlafzimmer investieren sollte, da man hier einen Großteil des eigenen Lebens verbringt. Das will ich gar nicht abstreiten, aber dieselbe Regel sollte auch für den eigenen Arbeitsbereich gelten. In diesem verbringen wir nicht nur wahnsinnig viel Zeit, sondern versuchen auch, meistens, möglichst produktiv zu sein.

Ein guter und schöner Arbeitsplatz, idealerweise ein ganzer kleiner Arbeitsbereich, hilft uns genau dabei – produktiver sein! Aus diesem Grund gibt es jetzt zehn Tipps für einen solchen ‚perfekten‘ Arbeitsbereich!

10 Tipps für den perfekten Arbeitsbereich

1. Eine möglichst ablenkungsfreie Umgebung

Dieser Tipps ist vielleicht ein alter Hut, aber immer noch wichtig. Ein guter Arbeitsplatz sollte die Möglichkeit zur Ruhe bieten, damit man sich auch einmal über einen längeren Zeitraum konzentrieren kann. Idealerweise kannst du an einem Arbeitsplatz alleine und ungestört sein. Außerdem ist es zu empfehlen, Ablenkungsquellen, zum Beispiel das Smartphone, nicht direkt im Sichtfeld zu deponieren. Neben diesen Offensichtlichkeiten solltest du aber auch darauf achten, dass es nicht zu kalt oder zu warm ist und dass du genügend frische Luft hast. Wenn du nicht umher kommst, mit anderen in einem Raum zu sitzen, kannst du über entsprechende Noise-Canceling-Kopfhörer (die kann man auch zum Musikhören verwenden) oder einen Gehörschutz nachdenken.

2. Gutes Licht

Für viele Menschen ist gutes Licht fast schon etwas Religiöses, ohne das man überhaupt nicht leben kann. Das soll natürlich nicht bedeuten, dass du das ausgefeilteste Lichtkonzept auf Erden benötigst, eine gute und eventuell auch schöne Beleuchtung kann aber geradezu Wunder wirken. Zum einen ist wichtig ausreichend Licht zu bekommen um nicht zu ermüden und zum anderen kann die Lichtstimmung ganz grundsätzlich einen großen Einfluss auf unser Empfinden haben.

3. Ein gutes Ablagesystem

Auch am digitalsten Arbeitsplatz der Welt kommt es immer wieder dazu, dass irgendwelche Dokumente, Texte, Notizzettel oder Briefe abgelegt werden müssen. Ein gutes Ablagesystem macht die Arbeit nicht nur sehr viel effizienter, sondern hilft auch dabei, im Zweifelsfall schnell das zu finden, was man braucht. Besonders clevere Ablagesysteme schaffen es sogar, dir die richtigen Dokumente zum richtigen Zeitpunkt, zum Beispiel am Morgen eines Vorstellungsgesprächs, zu ‚präsentieren‘.

4. Griffbereites Arbeitsmaterial

Wenn man die richtigen Materialen nicht sofort griffbereit hat verliert man nicht nur Zeit, sondern auch den Fokus. Jedes Mal, wenn du aufstehen musst um etwas zu suchen, musst du auf‘s Neue in den Flow kommen. Während das Suchen nach dem richtigen Textmarker zwar eine nette Entschuldigung für eine Prokrastinationspause ist, bringt sie dem Vorankommen bei der nächsten Hausarbeit leider wenig. Nicht vergessen: Auch eine Flasche Wasser und ein paar Snacks gehören zum Arbeitsmaterial!

5. Gute Ausstattung

Wir erinnern uns an das besonders gute Bett und die tolle Matratze. Wenn es darum geht einen tollen Arbeitsplatz einzurichten sollte man sich, insofern man kann, nicht davor scheuen, ein bisschen Geld in die Hand zu nehmen – es lohnt sich. Ein paar Beispiele: An einem kleinen Laptopbildschirm zu arbeiten ist wesentlich unangenehmer als an einem echten Bildschirm. Auf einem echten Schreibtischstuhl zu sitzen ist besser, als auf einem wackeligen Hocker. Ein paar gute Kopfhörer, wie schon gesagt, helfen nicht nur dabei besser mit Ablenkungen umzugehen, sondern können auch wahre Helden sein, wenn es um die Entspannung geht. Man muss gar keine Unsummen Geld dafür ausgeben, einen besseren Arbeitsplatz zu bekommen, aber man sollte vielleicht dazu bereit sein, das ein oder andere Bier dafür zu opfern, um langfristig sehr viel angenehmer arbeiten und lernen zu können.

6. Auf die Ergonomie achten

Die ganze Herumgesitze vor irgendwelchen Bildschirmen ist für unsere Körper leider nicht die beste Beschäftigung. Das man merkt man leider immer erst dann, wenn es eigentlich schon zu spät ist und der Rücken weh tut, die Augen plötzlich tränen oder die Hände seltsam verspannt sind. Bei diesen „Bürokrankheiten“ handelt es sich leider um echte und wirklich ernstzunehmende Probleme, die auch immer häufiger bei jungen Menschen und Studierenden auftreten. Genau deswegen ist es wichtig, bei der Gestaltung des Arbeitsbereiches darauf zu achten, zumindest grundlegend gute ergonomische Entscheidungen zu treffen. Unsere zukünftigen Ichs werden uns das sicher danken!

7. Kreative Kargheit

Ein guter Arbeitsplatz bietet genügend Raum zu Entfaltung und lenkt so wenig ab wie nur möglich. Unsere Gehirne sind absolute Meister, wenn es darum geht, die Umgebung nach spannenden Ablenkungen abzusuchen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, den eigenen Arbeitsbereich relativ karg und funktional, aber offen für die eigene Ausbreitung zu gestalten. Es sollte zum Beispiel auf jeden Fall genügend Platz für ein paar Bücher sein, die man mal eben schnell nebeneinander aufschlagen möchte.

8. Den Wohlfühlfaktor nicht vergessen

Um das gerade gesagt etwas ins richtige Licht zu rücken: Man sollte sich am Arbeitsplatz wohl fühlen – insbesondere, wenn man dort lernen möchte! Versuche deinen Arbeitsplatz funktional, aber persönlich zu gestalten. Das ist ein schmaler Grat, der aber sehr wichtig ist. Besonders geeignet sind zum Beispiel ein paar Pflanzen oder ein paar wenig ablenkende Bilder, die der ganzen Sache den eigenen Stempel geben!

9. Visualisierungs- und Strukturierungsmöglichkeiten

Wer kreativ arbeiten möchte oder muss braucht die Möglichkeit, die eigenen Gedanken schnell zu Papier zu bringen. Ganz besonders schön ist es, wenn man die Chance hat, mit dem Raum zu arbeiten und Gedanken zum Beispiel an einem kleinen Whiteboard oder an einer Pinnwand zu entwickeln. Wer keinen Platz oder kein Geld hat, kann hier natürlich auch kreativ werden: statische Notizzettel, die an der Wand kleben bleiben; Posterpapier, das man aufhängen kann; eine Rolle Flipchartpapier, die den Boden zur Tafel macht; ein paar wasserlösliche Marker und ein Fenster!

10. Ausreichend Mobilität gewährleisten

Das Thema des mobilen und ortsungebundenen Arbeitens und der „work anywhere“ Mentalität wird immer größer. Während es super ist, einen festen Arbeitsbereich zu haben, eine Basis, ist es noch besser, wenn der eigene Arbeitsbereich bei Bedarf auf die ganze Welt erweitert werden kann. Das geschieht natürlich in erster Linie digital – Cloudtechnologie, mobile Geräte, wenig Papier, viele eBooks – lässt sich aber auch auf den traditionellen Arbeitsplatz übertragen. Das Ablagesystem sollte auch funktionieren, wenn man nach ein paar Tagen mit einer großen Menge neuer Dokumente ankommt, die wichtigsten Werkzeuge (zum Beispiel eine starke Powerbank) sollten griffbereit sein und die wichtigsten Analognotizen fotografiert man am besten immer mal wieder ab.

Keine Scheu, auch wenn es seltsam ist!

Vielleicht wirkt der Gedanken daran, einen richtigen Arbeitsplatz zu ‚bauen‘ sehr seltsam und bieder. Als Student lebt man immerhin frei und ungebunden – der Bürojob kommt noch früh genug! Leider, das wissen wir aber eigentlich tief im Inneren alle, kommen wir im Studium und auch in der Schule um die Arbeit nicht herum. Was wir aber tun können, ist diese Arbeit möglichst gut und angenehm gestalten. Also, spring‘ über den eigenen Schatten und macht den Schreibtisch erwachsen – was solls!