10 Merkmale einer richtig guten Präsentation

10 Merkmale einer richtig guten Präsentation

Für die einen ist es der absolute Horror, für die anderen endlich einmal die Gelegenheit, sich auf der Bühne präsentieren zu können. Heutzutage gehören Präsentationen und Voträge genauso zum Studium dazu, wie die Hausarbeit. Das ist natürlich auch irgendwie gut so, denn im Job kommt man ja schließlich auch nicht drum herum, irgendwann in irgendeinem Meeting eine Präsentation zu halten. Da ist es dann wichtig, das nötige Grundlagenwissen bereits zu besitzen. Viele große Unternehmen erwarten von ihren Praktikanten und Angestellten, dass sie gute Vorträge erstellen, aber auch halten können. Aus diesem Grund kann es nicht schaden, schon frühzeitig an einer guten Präsentationsweise zu arbeiten und ein Auge auf die Details zu werfen. Denn genau auf die kommt es an.

Präsentationen zu bewerten ist nämlich leider wirklich einfach! Wer sich eine Präsentation anschaut, merkt recht schnell, wenn sie nicht gut vorbereitet ist. Dafür braucht es nicht einmal inhaltliche Fehler. Ein unsicheres Auftreten und fehlender Blickkontakt kann schon den Gesamteindruck zerstören. Wenn die Aufmerksamkeit dann schleichend schwindet, ist die Präsentation gelaufen. Das merkt man auch immer dann, wenn Dozenten in der Uni langsam abschalten. Wenn es soweit kommt, habt ihr mit eurem Vortrag verloren. Um genau das aber zu verhindern, gibt es Möglichkeiten, sich optimal auf eine Präsentation vorzubereiten. Welche das sind, haben wir für euch in unserer Top 10 gesammelt.


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Unsere Top 10: Merkmale einer guten Präsentation

1. Trage nicht nur eine lange Liste an Stichpunkten vor!

Das Wichtigste bei einer Präsentation ist nicht nur der Inhalt selbst, sondern auch die Art und Weise, wie er verpackt ist. Wer den Inhalt eines Vortrages in den Köpfen seiner Zuhörer verankern will, sollte nicht nur eine lange Liste an Stichpunkten, sondern eine zusammenhänge Erzählung vortragen. Viele einzelne Stichpunkte können dazu führen, dass dein Publikum den Überblick verliert. Die Folge: Zuhörer verlieren das Interesse, weil sie dir nicht folgen können. Im schlimmsten Fall empfinden sie deine Präsentation sogar als langweilig. Was du am besten dagegen tun kannst? Baue einen Spannungsbogen auf. Präsentiere die entscheidenden Fakten nicht gleich zu Beginn: wenn du das Wichtigste vorwegnimmst, wieso sollte man dir weiter zuhören? Überlege dir besser einen roten Faden, der sich durch deinen Vortrag zieht. Mach den Leuten klar, dass die interessantesten Fakten noch kommen.

2. Visualisiere deinen Vortrag!

Natürlich ist es schon mal sehr gut, wenn du in deiner Präsentation nur interessante Dinge erzählst. Viele Themen kommen aber nicht drumherum, auch weniger spannende Inhalte anzusprechen. Gerade bei vielen Zahlen und Daten besteht die Gefahr, dass Leute das Interesse an deinem Vortrag verlieren. Hier kannst du aber Abhilfe schaffen, indem du diese trockenen Informationen mit Bildern und Grafiken visualisierst. Verwende doch anstelle von langen Tabellen Diagramme oder nutze Infografiken statt langen Aufzählungen. Auch Mind Maps können gute Alternativen sein. Dennoch gilt auch hier: weniger ist mehr. Wenn deine Präsentation nur noch aus Bildern und Grafiken besteht, kannst du auch schnell an Glaubwürdigkeit verlieren. Setze deine Visualisierungen also nur an Stellen in deinem Vortrag ein, wo sie auch tatsächlich Sinn machen.

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3. Präsentiere nur das, was wirklich wichtig ist!

Bei vielen Vorträgen in der Schule oder im Studium ist die maximale Länge deiner Präsentation vorgegeben. Gut für dich, so kannst du verhindern, dass du dich vollkommen verschätzt in deiner Planung. Allerdings bergen gerade kurze Präsentationen eine Gefahr: das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden. Wer beispielsweise 10 Minuten Zeit für einen Vortrag hat, wird je nach Thema merken, dass es ziemlich viel Stoff für die kurze Zeit gibt. Da gilt es dann, die relevantesten Informationen herauszufiltern. Platz für viele Zitate, Definitionen und Hintergründe bleibt da selten. Überlege dir deshalb bereits im Vorfeld, welche Informationen andere brauchen, um dein Thema zu verstehen. Auch bei längeren Vorträgen solltest du nicht den Fehler machen und deine Präsentation mit vielen unnötigen Fakten füllen. Sie sollte sich trotzdem nur auf das Wichtigste konzentrieren. Es ist besser, zehn gute Minuten zu präsentieren als 30 langweilige!

4. Orientiere dich bei deinem Vortrag am Publikum!

Sicher kennst du dieses Problem aus der Schule oder Uni: der Dozent hält einen Vortrag, aber keiner hört zu. Warum? Weil seine Präsentationsweise furchtbar langweilig ist. Oder vielleicht auch zu wissenschaftlich. Was kann man dagegen tun? Ganz einfach: bei der Vorbereitung der Präsentation immer daran denken, wen man mit seinem Vortrag eigentlich ansprechen will. Wer beispielsweise eine Präsentation in der Uni vor seinen Kommilitonen hält, kann durchaus auf viele wissenschaftliche Begriffe zurückgreifen. Immerhin kann man davon ausgehen, dass die anderen im Raum zumindest ein grundlegendes Verständnis von dem Thema haben. Der gleiche Vortrag vor einer Gruppe fachfremder Zuhörer würde hingegen wohl kaum auf Begeisterung stoßen. Der Grund ist simpel: viele werden die Inhalte einfach nicht verstehen. Sei es, weil ihnen die verwendeten Fachbegriffe unbekannt sind oder weil sie die Zusammenhänge nicht verstehen. Hier gilt: fass dich kurz und vor allem einfach. Wenn du selbst weißt, dass dein Thema kompliziert oder auch nicht so spannend für deine Zuhörer sein könnte, achte bei deiner Präsentation darauf. Lockere den Vortrag beispielsweise auf, indem du immer mal wieder Bilder oder Anekdoten aufgreifst.

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5. Achte auf die Einheitlichkeit von Präsentation und Materialien!

Gerade, wenn du zusätzlich zu deiner Präsentation noch andere Materialien verwendest, solltest du darauf achten, diese einheitlich zu gestalten. Wenn du also z.B. eine PowerPoint und ein Handout neben deinem Vortrag verwendest, gestalte diese einheitlich. Verwendest du bestimmte Logos, füge diese sowohl auf deinen Folien als auch auf dem Handout ein. Besonders wichtige Fakten sollten auf allen deinen Materialien erscheinen. Dabei solltest du allerdings darauf achten, nur die wichtigsten Elemente deiner Präsentation auf Handout und Folien zu schreiben. Man sollte erkennen, dass dein ganzes Material aufeinander abgestimmt ist. Entwickle dafür ruhig dein eigenes Design, achte jedoch darauf, dass die Informationen im Vordergrund stehen und nicht die Schriftart.

6. Bette deine Präsentation in einen größeren Zusammenhang ein!

Wer die Leute von sich und seiner Präsentation überzeugen möchte, sollte ihnen damit einen Mehrwert geben. Wenn man weiß, wofür sich eine Sache lohnt, ist man nämlich gleich viel motivierter. Aus diesem Grund sollte dein Vortrag am besten in einen größeren Kontext gebracht werden, der für das Publikum nachvollziehbar ist. Hältst du also beispielsweise eine Präsentation zum Thema Walfang, ordne diese in einen Kontext ein. Viele Leute interessieren sich vielleicht nicht für dieses Thema. Mach ihnen also klar, dass sie alle davon betroffen sind, z.B. weil die Überfischung zu Artensterben führen kann. Am Ende der Kette werden sie also alle nicht mehr so viel Fisch essen können. Die Zuhörer sollten nach deinem Vortrag ein Gefühl dafür haben, warum das, was du da erzählt hast, eine Bedeutung (für sie) hat.

Merkmale einer guten Präsentation

7. Gestalte deinen Vortrag flexibel!

Normalerweise steckt in der Vorbereitung einer Präsentation viel Aufwand und Mühe. Vermutlich hast du viel Zeit darin investiert, die wichtigsten Fakten zu deinem Thema herauszusuchen und in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen. Dennoch kann es passieren, dass bestimmte Themen mehr Interesse hervorrufen als andere. Wie damit umgehen? Auch wenn es dir im ersten Moment vielleicht schwer fällt, solltest du flexibel in deinem Vortrag sein. Nutze das Interesse deiner Zuhörer und gehe auf Nachfragen ein. Auch wenn du so vielleicht bestimmte Unterpunkte deines Vortrages nicht weiter ausführen kannst, steigerst du so den Wert deiner Präsentation. Du solltest dein Thema also so gut beherrschen können, dass du auf Nachfragen antworten kannst. Wenn du mal etwas nicht weißt, ist das kein Problem. Sollte man dir allerdings anmerken, dass du nicht wirklich im Stoff stehst, wirkst du schnell inkompetent. Betrachte deine Gliederung daher eher als Gedankenstütze als in Stein gemeißelt. Im Zweifelsfall sollte es für dich möglich sein, spontan ein Kapitel zu kürzen, ohne deinen Vortrag abrupt beenden zu müssen.

8. Präsentiere dich selbstbewusst!

Wenn du soweit bist, dass du deine Präsentation fertig vorbereitet hast und inhaltlich up to date bist, ist alles geschafft, oder? Nicht ganz. Der Inhalt deines Vortrages ist nur die halbe Miete. Dir wird nur schwerlich jemand zuhören, wenn du vor lauter Nervosität fast kein Wort rausbringst. Sei also präsent, stell dich aufrecht vor deine Zuhörer und halte immer wieder Blickkontakt. Es gibt keinen Grund, schüchtern zu sein. Denk daran, dass du dich super vorbereitet hast und genau weißt, was du präsentieren willst. Auch wenn du dir mal unsicher bist oder auf eine Frage keine Antwort hast, ist deine Präsentation trotzdem gut. Sag dir immer, dass du in dem ganzen Raum die Person mit der größten Ahnung bist. Wenn du kleine Fehler selbstbewusst überspielst, fällt es vielleicht nicht mal jemandem auf. Das wird dir Selbstvertrauen geben. Je motivierter, sicherer und zugänglicher du für dein Publikum bist, desto größer ist auch die Chance, dass man dir zuhört.

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9. Finde einen guten Abschluss für deinen Vortrag!

Damit deine Zuhörer dich in guter Erinnerung behalten, solltest du einen guten Abschluss für deine Präsentation finden. Damit stellst du sicher, dass sie sich die wichtigsten Informationen merken werden. Gib deinem Publikum etwas, was sie mit nachhause nehmen können. Warum? Weil Menschen sich Dinge, die sie zuletzt gehört haben, am besten merken können. Das kann beispielsweise eine explizite Take-Home-Message sein. Damit fasst du die wesentliche Erkenntnis deiner Präsentation nochmal zusammen und machst deinen Zuhörern deutlich, was sie in den letzten Minuten gelernt haben sollten. Dafür kannst du ihnen natürlich auch deinen Foliensatz oder ein Handout mit Hinweisen für weiterführende Informationen zur Verfügung stellen. Mache deinem Publikum aber auf jeden Fall klar, was es von deinem Vortrag hat!

10. Sei du selbst während du deine Präsentation hältst!

Ein eigentlich total banaler Tipp, dabei jedoch sehr hilfreich. Sei du selbst und verstelle dich nicht bei deiner Präsentation. Wer sich verkrampft und unwohl fühlt, strahlt das auch aus. Nimm dich nicht zu ernst und bleib ruhig, auch wenn etwas nicht so klappt wie geplant. Du wirst sehen, es ist halb so schlimm. Humor hilft und ist eine starke Waffe. Vielleicht baust du an der ein oder anderen Stelle mal ein bisschen Humor ein. Wenn die Technik spinnt oder du dich verhaspelst, lache auch mal über dich selbst. Wenn dir schnell mal ein flotter Spruch über die Lippen geht, nur zu. Versuche dich nicht übertrieben hochtrabend auszudrücken. Damit wirkst du nicht authentisch. Vermeide allerdings, zu albern oder unwissenschaftlich zu werden. Damit wirkst du nämlich wiederum nur wenig kompetent. Natürlich ist ein Vortrag eine ernste Sache, aber übertreibe es nicht.

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11. Bonustipp!

Wenn möglich, versuche durch eine kleine Geschichte oder lustige Anekdote deinen Vortrag von einer rein wissenschaftlichen auf eine emotionale Ebene zu heben. Damit erreichst du deine Zuhörer oft viel mehr als mit reinen Fakten. Auch besonders toll aufbereitetes Material kann dir dabei helfen. Bilder und Grafiken beispielsweise steigern nicht nur die Aufmerksamkeit, sondern auch die Verbindung mit einem Thema. Wenn du es schaffst, eine emotionale Reaktion im Publikum hervorzurufen (die nicht Langeweile ist), dann hast du gewonnen!

Fazit:

Natürlich kann nicht jeder Vortrag oder jede Präsentation perfekt werden. Das Gute daran: muss sie auch gar nicht. Aus Fehlern lernt man und das gilt auch für Präsentationen. Nur so wirst du merken, was du vielleicht an deiner Präsentationsweise oder dem Layout deiner PowerPoint ändern musst. Auch wenn du mal Kritik für einen Vortrag bekommst: sieh es positiv! Es bedeutet nicht zwangsläufig, dass deine Präsentation schlecht war. Nur, dass man sie noch ein Stück besser machen kann. Am Ende zählt, was du daraus lernst. Auch die besten Redner haben mal klein angefangen. Nicht jeder ist der geborene Referent. Viele Kleinigkeiten lernt man erst im Laufe der Zeit, nach vielen Versuchen. Nimm also so viele Chancen wie möglich wahr, Präsentationen zu halten, z.B. in der Schule oder der Uni. Das wird dir spätestens im Arbeitsleben zu Gute kommen, wenn dein Arbeitgeber von dir einen Vortrag hören möchte. Da ist es gut, vorbereitet zu sein. Aber keine Sorge, mit unseren Tipps bist du dafür bestens gerüstet!

Du möchtest deine Präsentations-Skills noch weiter verbessern? Wir haben da noch ein bisschen was vorbereitet. Dieser Artikel gehört zur Reihe „Alles für die perfekte Präsentation“, lies dir doch auch die anderen Artikel durch. Jetzt steht deinem Präsentationserfolg nichts mehr im Weg!

Reihe „Alles für die perfekte Präsentation“:

Dieser Artikel gehört zur Reihe „Alles für die perfekte Präsentation“.

Teil 1: Die perfekte Präsentation: Slide-Deck-Checkliste

Teil 2: Präsentationstechniken

Teil 3: Minimalistisch präsentieren – Die Takahashi Methode

Teil 4: 10 Merkmale einer richtig guten Präsentation

Teil 5: Zehn Tipps für großartige Referate und Präsentationen

Teil 6: Zehn Ideen für den Einstieg in ein gelungenes Referat

Teil 7: Fünf Tipps für die Fragerunde nach der Präsentation

Teil 8: Gruppenarbeiten in der Uni überstehen

Mehr?  Präsentationssoftware – Die wichtigsten Tools im Überblick